Freitag, 17. August 2012

Wieder ein wenig aus meinem Leben !!!!

                                              
                                                http://africa-swiss-guesthouse.jimdo.com/
Viele Menschen die an meiner Geschichte in Ghana teilgenommen haben, fragen sich wie es den in meinem Leben weiter geht. Ich bekomme viele E-Mails, teilweise von Menschen die sich im Internet verliebt haben und sich nun doch fragen ob sie da nicht einem Betrüger auf den Leim gehen. Was leider zu 99% so ist.
      Eine Frau die mit einem weissen Offizier kommuniziert der sich angeblich in Kabul befindet, als ich nur schon diesen Standort gehört habe war mir  klar was weiter kommen wird und ich wusste schon nach der dritten Linie in ihrem Mail, dass die Frau mit einem Betrüger kommuniziert. Ich habe ihr viele Beweise aus dem Internet als Kopie zu geschickt, sogar an Hand des Namens, Salim Karim habe ich ihr eine ID Karte gefunden die besagten Herrn als Diplomaten zeigt, natürlich alles fake. Ich habe ihr die ID zugeschickt und sie hat bestätigt, dass dies der Diplomat und die ID Karte sei, der ihr im Namen ihres Freundes in Kabul ein Packet geschickt habe und es für ihn aufzubewahren. Nun befindet sich dieser Offizier aber plötzlich in Ghana und das mache sie dann doch einwenig stutzig, aber beruhigte sie sich gleich wieder selber, dass könne natürlich tausend Gründe haben. Ich habe ihr gesagt der einzige Grund warum er jetzt in Ghana sei, die Zeit sei reif mit ihr per Telefon zu kommunizieren und da der Typ nie wo anders war als in Ghana, musste er sich jetzt die Geschichte ausdenken, warum er nun in Ghana gelandet ist. Nun wollte er von ihr etwas um die 5000 Euro, weil er irgend welches Zeug aus dem Zoll holen musste, aber LEIDER nun alle seine Visa Karten und Bankkonten blockiert seien, aus welchen Gründen auch immer, man oh man, wie kann eine Frau oder Mann nur solche Geschichten glauben. Die gibt es zu hunderten im Internet und täglich gehen Frauen und Männer in der Welt, vor allem Europa und Amerika solchen Betrügern in die Falle.
      Das Geld habe sie nicht, schrieb sie mir, aber sie könnte es sich von der Familie leihen. Ach du lieber Gott nur das nicht auch noch!!
      Immer wieder meinte die Frau, ja aber wenn er doch unschuldig ist, ich habe sie gefragt wie viele Beweise sie den noch braucht um zu begreifen, dass sie da einem Betrüger ins Netz geht. Ich habe ihr angeboten, mit dem Herrn zu telefonieren, da er sich ja in Accra befindet. Ich sage ihr aber das sich die Geschichte dann ganz schnell in Luft auflösen wird, wenn die Bande merkt, dass sie Kontakte in Ghana hat, dies wollte die arme Frau doch wieder nicht, weil sie ihm nicht zeigen wollte dass sie ihm nicht vertraute. (mir stehen die Haare zu berge)
      Bei jedem Mail die die Frau mir schrieb, kam bei mir mehr Wut hoch, nicht auf die Betrüger, sonder auf die Frau. Ich habe ihr dann ein letztes Mal zurück geschrieben und ihr gesagt, dass mir meine Zeit zu kostbar sei mich mit Frauen wir ihr rumzuschlagen, was sie den noch brauche um zu merken was da läuft. Armes Ding. Ich habe ihr geschrieben, dass sie in ein paar Wochen an mich denken würde, dann, wenn sie ruiniert, verschuldet, mit gebrochen Herzen und fertig mit den Nerven sei. Dass ich ihr viel Glück wünsche, aber für mich sei die Geschichte damit erledigt. Ich habe nie mehr was von ihr gehört.
      Ich treibe mich manchmal auch auf so Plattformen rum und diese Kabul Geschichte mit dem Amerikanischen oder Britischen Soldaten ist mir schon so oft unter gekommen. Ich Meldet dann das Pofile und setze den Provider in Kenntnis, dass es sich bei diesem Profil um eine Scam handelt. Einige Provider reagieren sehr schnell, nur Facebook nicht.
      Bei den Männern sieht die Geschichte anders aus, da sind es meistens weisse Frauen, die jetzt hier in meinem Fall in Ghana leben. Den Männern werden aufreizende Fotos von weissen Frauen geschickt, die ich nach zwei Sekunden Betrachtung bereits als Schwindel erkenne.
      Ein Herr aus Deutschland hat mir die Bilder zugeschickt, die junge Frau trug Filzpantoffeln auf dem einen Foto und dicke Socken auf dem anderen, ich habe mich fast krank gelacht als ich dies gesehen habe und dem Mann zurück geschrieben, man sehe schon, dass er keine Ahnung von Afrika habe, wer trägt den dicke Socken oder Filzpantoffeln bei 35 Grad, aber wie halt Männer so sind, die schauen was die Dame in der Bluse hat und nicht an den Füssen.
      Ein andere Herr hat mich über Facebook kontaktiert, den Link hat er auf meinem Blog gefunden. Er schrieb das er mit einer weissen Frau in Accra in Kontakt sei und er wahrscheinlich bald nach Accra kommen würde um sie zu besuchen, - na dachte ich bei mir, da wirst du dein Wunder aber erleben. Er schrieb mir auch, dass er der Sacher nicht ganz traue, na Gott sei Dank, der hat seine Bedenken. Ob ich ihm helfen könne da ein wenig zu recherchieren. Er schickte eines der Fotos der er von ihr hatte, wieder wusste ich sofort, dies ist ein Fake. Ich sagte ihm, dass bestimmt keines der Fotos einen Hintergrund habe, dass nur annähernd afrikanische Umgebung zeigt, was er leider zugeben musste. Ich habe ihm auf dem Kopf zugesagt, dass er wohl mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Mann kommuniziert und mit Garantie nicht mit einer weissen Frau. Er war anfangs sehr skeptisch meinen Äusserungen gegenüber. Ich machte ihm den Vorschlag, dass er der Dame sagen soll sie soll sich bei mir melden, ich sei eine gute Freundin von ihm die in Accra wohnt und dann werden wir sehen.  Ich habe ihm gesagt, dass sich mit Sicherheit eine Mann bei mir melden wird, ein Bruder oder Freund, weil die besagte Dame gerade nicht kann - und so war es dann auch, ich bekam wenig später einen Anruf von einem Mann, weil die Dame gerade krank sei. Ich sagte dem Typen, dass ich an einem Gespräch mit ihm nicht interessiert sei sondern mit der Dame reden wolle. Er druckste rum und sagte ja er würde mich in zehn Minuten wieder anrufen und versuchen, dass die Dame mit mir reden kann. Ich warte heute noch auf diesen Anruf.
      Die Dame hat sich dann aber wütend im Internet an meinen Bekannt gewandt und ihn zusammen geschissen, was ihm den einfalle, ob er ihr nicht vertraue, ne wohl eher nicht. Der Mann nennen wir ihn hier mal Michael, hat dann doch Zweifel bei mir angemeldet, dass wir zu weit gegangen wären. Er habe schon seine Zweifel aber er sei eben auch verliebt und sie sei doch so eine süsse Maus, klar sagte ich ihm, aber ein Fake. Er hat ihr dann doch den Vorschlag gemacht sich mit mir zu treffen, damit alles Zweifel ausgeräumt seien, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ich warte immer noch auf den Anruf, sie zu treffen.
      Das Internet ist eine Plattform für Betrüger und Abzocker geworden, die mitbekommen haben, dass es in Europa und Amerika einsame Männer und Frauen gibt, die empfänglich sind für Schmeicheleien  und Liebesgeflüster. Viele rufen ihre Opfer täglich an, diese Investition wird sich wohl lohnen, wenn man sieht welche Beträge den Opfern aus den Rippen geleiert werden. Oft kommunizieren diese Betrüger ja nicht nur mit einem Opfer. Ich setze mich manchmal zum Spass in eine Internet Kaffee und schauen denen über die Schulter, was ich das sehe ist schon erschreckend. Jeder denkt, seine Internet Liebe ist die rühmliche Ausnahme von 1%.
      So bekomm ich auch Mailanfragen von Menschen die in Ghana Land kaufen wollen, oder Auswandern und vom meinen Blogs einwenig abgeschreckt sind, was ja dann wohl den Zweck meiner Blogs erfüllt hat. Die Menschen sind dann sehr oft erschreckt, wenn ich ihnen sage, dass es in Ghana wohl ein Rechtssystem gibt, dies aber nicht funktioniert und wenn es funktioniert, dann immer für den der das meiste Bare auf den Tisch legen kann, gute Beziehungen -oder irgend wo einen sitzen hat der einem noch einen Gefallen schuldig ist.
       Ich will keinen absprecken hier her auszuwandern, aber ihnen klar machen, dass sie keinem Vertrauen können und die Augen und Ohren offen haben müssen. So nach dem Moto, Vetrauen ist Gut, aber Kontrolle ist besser !!!
       Es ist jetzt ein Jahr und zehn Monate seit ich den Fall meiner Schwägerin beim Accra Polizei Hautquartiert angezeigt hatte. Der Fall ist bis Dato nicht einmal vor Gericht, er hängt irgend wo bei der Staatsanwaltschaft, wenn ich die Dame die den Fall hat anrufe geht sie nicht ans Telefon, oder sie verleugnet sich im Büro. Wohl nur weil ich nicht die geeigneten Beziehungen habe oder Kohle um sie diesen Menschen die das Recht ihrer Mitbürger schützen sollten auf den Tisch zu packen. Ich rede hier nicht nur von mir, ich habe im laufe dieser ganzen Geschichte Ghanaer getroffen, denen es genau gleich geht wie mir. Innerhalb der Familie bescheissen sie sich gegenseitig, wenn es zum Bespiel um Land geht. Hier kann keiner dem anderen Vertrauen, noch wenig ich den Ghanaern als Weisse.
      Ich bin noch nicht über den Berg, es ist ein täglicher Überlebendkampf den ich hier führe, ich kann von mir sagen, ich lebe jetzt hier wirklich wie die restlichen Menschen in Ghana, einwenig Business hier und da. Von einem Tag in den anderen.  Nur haben viele Menschen noch nicht begriffen, dass nun mal nicht alle Weisse die ihnen über den Weg laufen Geld haben, das ist denen so im Blut, Weiss gleich Geld. Ich glaube ja auch nicht, dass jeder Schwarze grundsätzlich arm ist.

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Ich weiss, dass meine Blogs ziemlich negativ rüber kommen, aber ich kann es auch nicht ändern. Wohl vor  allem für die Afrika vernarrten. Ich habe vielleicht eben den Nachteil nicht mit einem ghanaischen Partner hier zu sein, alle meine Botengänge, muss ich selber machen. Jedes Amt muss ich selber aufsuchen. Sei es nun meine neue Versicherung für das Auto, die jährliche Zulassung für mein Auto, obwohl ich jetzt da angefangen habe meinen Mechaniker hinzuschicken. Ich habe am Anfang Lehrgeld bezahlt heute macht mir keiner mehr was vor, versuchen zu Bescheissen tun sie immer noch, aber jetzt kenn ich das Spiel, vielleicht gerade weil ich niemanden hatte der mir diese Gänge abnimmt, habe ich viel gelernt.
      Der jüngste Fall, der Stromzähler in meinem Restaurant. Mein Restaurant habe  von Dezember 2011 bis August 2012 an ein junges Paar aus Deutschland vermietet, er ist Nigerianer sie Polin mit 2 Kindern. 
      Als im Mai Stromrechung kam war die so hoch, fast drei Mal so hoch wie die vergangenen Monate.  dass ich sagte, ne dies kann doch wohl nicht sein, nicht ein mal den Tiefkühler haben die im Gebrauch keine Airconditioner, dies sind Sachen die beim Stromverbrauch ins Gewicht fallen. Mir grauste schon davor, mich mit den Leuten bei der G.E.C. Ghana Elecricity Compagy auseinander zu setzen. Da muss ich zuerst zum Kundenservice, obwohl ich wüsste in welches Büro ich gehen muss, aber nein es hat alles seine Ordnung. In diesen Büros ist man nie alleine, Diskretion kennt man hier nicht, jeder kann zu hören was man zu sagen hat und sie lauschen gerne, vor allem wenn ich als Weisse da was zu Melden habe. Die Büros sind so klein, dass man sich fast auf die Füsse tritt. Wenn man Glück hat und endlich drin ist, kann es sein, was eben öfters so ist, das das System grad nicht funktioniert und ich anderen tags wiederkommen muss. Aber diesmal hatte Glück, ich zeigte der Dame die Rechung  gesagt, dass dieser Betrag nie und nimmer stimmen kann, doch doch meinte sie, der Ableser hätte ihnen das so gebracht, A ha und darum muss es wohl auch stimmen, also der Ableser macht wohl nie Fehler. Sie könne nichts für mich tun, die Rechung sei gedruckt ich hätte die zu bezahlen, also bei dieser Äusserung ist mir dann doch fast der Kragen geplatzt. Ich bewundere Menschen die in so einer Situation cool bleiben, ich leider nicht. Zu oft stehe ich solchen idiotischen Situationen gegenüber, dass es mir immer schwerer fällt cool zu bleiben. Ich habe ihr gesagt, dass ich eine Ablesung haben wolle und zwar in meiner Gegenwart, gut meinte sie, wohl froh darüber das ICH eine Lösung gefunden haben, ich solle morgen um neun Uhr wieder hier sein. Hier kommen die Ableser nicht einfach so, entweder bezahlt man ihnen das Taxi oder man holt sie mit dem eigenen Auto ab, dies nennt man hier Service am Kunden und zurück bringen darf man sie dann auch wieder.
      Also war ich anderen tags um neun Uhr morgens wieder dort, wer natürlich noch nicht anwesend war, der Stromableser, ich durfte dann zwei Stunden warten, noch human, habe schon länger auf irgend jemanden auf einem Amt gewartet. Wir sind  zum Restaurant gefahren wo er die Ablesung vornahm, als wir zurück waren, gab ich ihm fünf Ghc, für sein Mittagessen.
      Ich habe mich lange gegen diese Gewohnheit hier gewehrt, jedem was in die Hand zu drücken wenn er was für einen tut, obwohl er ja bezahlt wird, habe aber die Erfahrung gemacht, sollte man dann wieder mal was haben müssen, sie dann recht taub auf beiden Ohren sein könnten.
      Ich habe die nächsten drei Wochen nichts mehr gehört und mich entschlossen den Gang dahin noch einmal zu machen, es wüsste natürlich keiner von nix. Ich musste die Geschichte noch mal erzählen und sie wollte die Rechung sehen. Sie druckte mir einen Kontoauszug aus, zeigte auf die letzte Position und sagt, dass sei der Betrag den ich zu bezahlen hätte, die Frage nach dem Ableser und seiner unkorrekten Arbeitsweise bleiben unbeantwortet, sie hörte mir nicht einmal zu, als ich ihr die Frage stellte. Sie schrieb mir eine Zahl auf einen Zettel, sagte ich solle dies mit meinem Zähler vergleichen, sollte es viel höher sein, soll ich wieder kommen, verdammte Scheiss und wer bezahlt mir das Benzin bei dieser hin und her Fahrerei. Manchmal könnte ich aus der Haut fahren, bei der Arbeitsweise hier. Ich denke so ganz werde ich wohl nie aus meiner schweizer Haut fahren können.
      Ich habe mich nun entschlossen, einen Prepaid Zähler installieren zu lassen, ich habe dafür ein Formular geholt, dass ich ausfüllen muss. Aber bevor die überhaupt was tun, muss ich die alte Rechung begleichen aber dieses Geld habe ich im Moment nicht.
       Ja das liebe Geld. Meine Freundin ist ja vor über einem Jahr wieder zurück in die Schweiz. Die letzen 13 Monate habe ich gesehen, dass man weit über seine Grenzen wachsen kann und wenn ich dachte, nun muss auch ich die Koffer packen, ging es doch noch ein Stück. Ich habe gelernt wie viel Kraft in mir steckt und was ich alles leisten kann. Ich war schon immer ein Organisationstalent, aber ich bin hier in Ghana wirklich über mich selber raus gewachsen.

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Das Restaurant habe ich im September 2011 geschlossen. Die ersten sechs Monate lief es eigentlich gut. Als dann im Juni Manu nach Hause ging, habe ich mich fast 2 teilen müssen, aber ich muss an dieser Stelle meiner Perle Irene danken, sie war meine Kellnerin und Tochter, als Manu weg war, ist Irene bei mir eingezogen, damit ich nicht so alleine bin, mein Haus hat ja fünf Zimmer. Irene lebt bei Ihren Eltern ziemlich eng, zu viert in 2 Räumen und denke als junges Mädchen hat man auch gerne einwenig Privatsphäre, was hier bei den engen Wohnverhältnissen kaum möglich ist.
      Na jedenfalls, hat mir Irene sehr viel geholfen, sie ist am Morgen los und hat das Restaurant geöffnet, alles in Ordnung gebracht, damit ich im Haus was machen konnte und als ich gegen elf Uhr ins Restaurant kam war alles schon erledigt, auch meine beiden Frauen in der Küche, hatten schon alles vorbereitet, die Gäste konnten kommen.
      Juli, August und Anfang September waren die Geschäfteinnahmen so mies, dass ich mich Mitte September entschlossen habe zu schliessen. Die Löhne und Fixkosten habe ich aus meiner Tasche bezahlt und bevor ich ganz ruiniert bin habe ich am 15. September 2011 geschlossen. Es hat mir sehr weh getan, ich wusste nicht wie es nun weiter gehen soll, die Frauen habe ich entlassen müssen. Irene blieb bei mir im Haus und als Gegenleistung, dass sie bei mir wohnen durfte, hat sie mir in Haushalt geholfen, hat mir morgens den Garten gewischt.
      Nun war das grosse Fragezeichen, wie soll ich hier in Ghana mein weiteres Überleben sichern? Ich habe ein grosses Haus, daraus lässt sich doch was machen, zwei der fünf Zimmer sind mit Dusche und Toilette und alle haben Airconditioner. Am besten ist es, ich gehe ins Internet, und so ist es dann auch geschehen, ich habe eine Webseite erstellt mit dem Namen “Africa-Swiss-Gustehouse Accra”
      Dann habe ich mit einer lieben Freundin Karla, die auch hier in Accra wohnt, das grosse Zimmer im Restaurant, dass auch Dusche und Toilette hat, frisch gestrichen und mit Vorhängen und Bildern gemütlich gemacht.
EINES DER ZIMMER IN MEINEM RESTAURANT
So was sollte man doch an Touristen vermieten können. Gesagt getan, ich habe einen Flyer entworfen und den überall ausgehängt und am Labadi Strand verteilt, mein Restaurant liegt ja nicht weit vom bekannten Labadi Strand weg. Dann habe ich durch Karla noch den Eili kennen gelernt einen Rastafari, der am Strand Bilder verkauft, oder seine selbstgebauten Trommeln. Ich habe ihm vom dem Zimmer erzählt und er versprach mir die Augen und Ohren offen zu halten. Es verging kaum ein paar Tage, rief er mich an und sagte er habe jemanden der daran Interessiert ist, aber für länger, ein Ehepaar mit zwei Kindern aus Deutschland, sie eine Polin und er Nigerianer, die würden gerne für ein Jahr in Ghana bleiben. Am nächsten Tag brachte Eili mir die Leute nach Hause, sie gefielen mir und so hatte ich Mieter in Meinem Restaurant für die nächsten paar Monate, die Miete bezahlten.
      Ich hatte ja noch den Peter, der bei mir wohnt und Miete bezahlt, aber es ja nicht so das ich jetzt mit dem allem reicht bin oder Geld hätte, aber es reicht gerade um nicht zu verhungern. Ich konnte nirgends mehr hin gehen, oft habe ich kein Geld um Benzin zu kaufen. Spagetti hängen mir bald aus den Ohren, ist das billigste hier, Fleisch kenn ich nur noch dem Namen nach. Jeden Tag die Hoffnung, es kommt nichts grösseres auf mich zu. Gott sei es gedankt, ich habe eine robuste Gesundheit. Das einzige war mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte, war meine Karre, dieser Blechhaufen und doch brauche ich die Büchse hier. Also ob ich auf Trotro umsteigen könnte, ja könnte vielleicht schon, aber wollen, ich glaube nicht, das sind vollgestopfte Kleinbusse mit denen man sich hier fortbewegt. Nicht das ich diese Dinger nicht schon benutzt hätte, in jüngeren Jahren in Kenia, als ich noch einwenig beweglicher war, diese Busse benötigen schon einwenig Beweglichkeit oder man muss sie gewohnt sein. Die Verrenkungen die man machen muss bis man in so einem Ding drin ist und sollte einem das Glück noch lachen und man bekommt einen Sitz ganz hinten, dann geht’s los. Nicht das ich mich in Accra nicht auch schon mit diesen Dingern vorbewegt hätte, aber es muss eben nicht unbedingt sein. Zumal das Troto fahren seine eigenen Regeln hat, bis man nur schon alle die Handzeichen kennt die einem von weitem sagen wo der Bus hinfährt. Die Fahrer sind so gestresst, Time is money, das sie kaum Zeit finden einem zu erklären, wo es den nun lang geht.

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Weihnachten 2011 war dann das Hoch meiner Depression, ich fühle mich total einsam und verlassen. Ich wäre bei einer Deutschen eingeladen gewesen, aber ich habe schon im voraus gewusst wie das da abgehen wird, saufen bis zum Delirium, ist nicht meine Welt. Ich habe den Kartoffel Salat der gewünscht wurde, Peter mit gegeben. Hab mich vor die Glotze gehauen und meine Telefon ausgeschaltet, ich hatte keinen Bock auf ein “Fröhliche Weihnachten”. Eigentlich wollte meine Familie in der Schweiz mit mir Skypen, aber sie so alle zusammen sitzen zu sehen, dass war mir dann einfach zuviel, ich hätte mit Sicherheit einen Weinkrampf bekommen. Ich habe erst hier mitbekommen wie einsam man sein kann. Da ich ein überaus geselliger Mensch bin und gerne Leute um mich rum habe, ist es besonders schwer für mich.
      Aber das tolle am ganz unten sein, - ist, dass es dann eben wieder rauf geht. Im Januar habe ich mich dann wieder aufgerappelt und mir gesagt, Frau mach was, sonst musste die Koffer dann doch packen. Ich habe nun meiner Webseite einwenig mehr Beachtung geschenkt, habe auf Facebook Werbung gemacht und habe auf allen meinen Blogs den Link von meinem “Bed & Breakfast” zu aller oberst positioniert und siehe da es hat funktioniert, im Märze haben die ersten Gäste bei mir gebucht, zwar nur ein paar Tage, aber man muss klein Anfangen, damit man wachsen kann. Die Leute liebten mein Programm sie am Flughafen abzuholen, viele sagten mir dieses Stresslose ankommen in Accra, nicht, kaum aus dem Flugzeug sich gleich mit einem Taxifahrer herum zuschlagen, der einen sowieso gleich bescheissen will und die meisten Touris ja auch keine Ahnung haben was so eine Taxifahrt kostet, wenn man sich nicht vorher schlau gemacht hat.
      Aber man bekommt schon allerhand von Mensch zu sehen, jeder ist anders, aber im gross und ganzen hatte ich bis jetzt keine wirklich schlechten Erfahrungen. Bis auf einen einzigen, waren glaube ich alle bei mir gerne Gäste, was auf meiner Webseite auch das Gästebuch zeigt.

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Im März kamen zwei ganz tolle Frauen zu mir, sie sind ein paar Tage geblieben und sind dann weiter nach Kokrobite, ich habe sie hin gefahren, auch ein Service von mir, natürlich geben bezahlung.
       Die zwei Monikas, war schon lustig, es drehten immer beide den Kopf, wenn man eine rief. Die eine Monika ist mit ihrem Freund noch in Kokrobite geblieben und die andere kam wieder zu mir und ist vor ihrer Abreise noch ein paar Tage geblieben. Wir haben  noch einen Ausflug nach Akosombo unternommen, der Staudamm in der Volta Region, ein wunderschöner Ausflug. Der Volta Staudamm ist einer der grösste natürlichen Stauseen der Welt.

AKOSOMBO STAUDAMM

 Auf der Rückfahrt haben wir am Voltasee in einem Restaurant noch gut gegessen, dann ging es zurück nach Accra. Die Fahrt nach Akosombo dauert etwa zwei ein halb Stunden. Am Samstag Abend waren wir noch bei Ellis einem Freund eingeladen um Fufu zu essen, ich glaube Monika hat es genossen. Am Sonntag haben wir uns noch einwenig in der Accra Mall, ein riesiges Einkaufcenter, wären da nicht so viele Einheimische man könnte glauben in Europa zu sein! Am Sonntag Abend ist sie dann abgeflogen, Monika ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich glaube wir werden Freunde bleiben, über diese Ferien hinaus.

RESTAURANT SAYLOS AM VOLTA RIVER

TILAPIA MIT GEKOCHTEM YAM UND PALAVA SAUCE, HAT TOLL GESCHMECKT

Es ist nicht einfach Freundschaften mit Ghanaern zu entwickeln, Oft enden die Freundschaften weil sie immer was von einem erwarten, weil sie denken da ist Geld. Es macht mich manchmal so traurig, das ich dann böse werde, wenn mal wieder einer was von mir will.
      Vor ein paar Tagen habe ich unterwegs einen angeschnauzt, ich war unterwegs mit dem Auto da kam die Mummy die ich meistens immer am gleiche Ort treffe, ich habe sie und ihre schwere Last mal mit dem Auto mitgenommen, seit her reden wir immer ein paar Wort wenn ich sie treffe oder ich kaufe ihr eine Flasche Sobolo, auch unter dem Namen Bissap bekannt, ab, ein Getränk welches aus Hibiskus Blüten hergestellt wird, mit noch sonstigen Kräuterchen und viel Ingwer, soll gut sein fürs Blut. Ja jedenfalls war ich am reden mit ihr als ein Auto neben mir hielt, David ein Typ den ich kannte als mein Restaurant noch offen war, er war von der AMA und hatte den jährlichen Betrag für die Bewilligung einzuholen, diese Leute gehen ja nie weg, ohne dass sie irgendwas geschnorrt haben, wenn nicht Geld, dann sonst was, meistens gab ich ihm eine kleine Flasche Whisky, billiger Fusel für ein paar Cedis. Wehe man gibt ihnen nichts, die können so unangenehm werden und dir das nächste mal das ganze Restaurant auf den Kopf stellen. Also dieser David hielt neben meinem Auto und wollte von mir auch eine Flasche Sobolo bezahlt bekommen. Ich schaue ihn und frage ihn, wo MEIN Geschenk bleibt, ich sei eine Frau und er ein Mann, in Ghana kaufen die Männer für die Frauen. Da ich mit dem Kerl nichts mehr zu tun hatte, war es mir auch wurst was der von mir denkt, es war ihm anzusehen, dass er nicht gerade happy war über meine Äusserung und dann auch noch vor einem Kollegen und Fahrer in seinem Auto. Ich bin es manchmal so leid, diese ewige Gier der Menschen hier sich irgend was von mir zu erschnorren. Es ist von mir eine Fixe Idee geworden, bei jedem Menschen dem ich begegne, zu denken, der will auch wieder was von mir, hilft nicht gerade dabei unbefangen auf die Menschen zuzugehen.

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Hier muss ich aber nun zufügen, dass ich die letzen Wochen sehr viele gute und ehrliche Menschen in mein Leben getreten sind und mein Leben nun eine Wendung zum besseren nimmt.

                                             Davon mehr in einem weiter Blog

Kommentare:

  1. Grosse Schwester ich finde deinen Bericht super interessant und doch traurig. In meinen Gedanken bin ich bei dir und bald sehe ich mich selbst dort um dich yu besuchen. Bitte schicke mir den link auf meine persönliche email so das ichihn meiterleiten kann und setze ihn auf meine FB Seite. SChreibe weiter so, denn nur so kann man erlbetes loslassen und auch wertvolle Informationen weitergeben. Ich bin superstolz auf dich - mach weiter so

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  2. Hallo,
    ich bin gerade zufällig auf deinen (ich hoffe es ist oke, wenn ich einfach "du" sage) Blog gelangt. Ich muss sagen- in manchen Situationen erkenne ich vieles, was ich dort schon erlebt habe, wieder. Andere Sachen so gar nicht. Aber so sammelt jeder eben seine eigenen Ghana- Erfahrungen. Nach den ganzen eher deprimierenden Posts ist es schön zu hören, dass es bergauf gegangen ist und das Hotel gut läuft und bessere zeiten gekommen sind. (= Da hat sich das Durchhaltevermögen definitiv ausgezahlt. Respekt dafür übrigens.

    Wenn ich in Ghana bin wohne ich auch immer in Teshie bei meinem Freund und seiner Familie und ab Februar bin ich wieder länger dort. Ich hätte ja gesagt ich komme dann mal auf ein Schweizer Essen vorbei, aber das Restaurant gibt es ja leider nicht mehr. Auf den Bildern auf dem Blog sah es echt schön aus.
    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute in Ghana.

    Ganz viele liebe Grüße nach Teshie (wie ich es vermisse (= )
    Akosua

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  3. Ich wundere mich nicht, dass in deinem Betrugsfall nichts vorwärtsgeht, so ergeht es Vielen! Wirst du denn nicht mehr von Peter unterstützt. Peter lässt sich doch von einer Staatsanwätin nicht 2 mal vertrösten. Wenn es nicht weiter geht ist ein Gespräch mit dem Oberstaatsanwalt unverzichtbar.

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  4. Hallo Ursula,
    schon lange nichts neues mehr gelesen...wird der Blog nicht mehr fortgeführt?

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  5. Hallo,

    Ich komm aus München und bin vor knapp 10 Jahren ausgewandert (kurz Karibik, dann Thailand und aktuell Kambodscha). Ich will mich aber umorientieren, da ich nie nach Asien wollte. Mein Job hat mich damals dort hin geführt. Weil ich jetzt Ghana etwas mehr ins Auge gefasst habe, bin ich über diesen Blog gestolpert.

    Mit Kambodscha lebe ich in einem der ärmsten Länder der Welt. Entsprechend wird natürlich immer wieder versucht, "Geld" zu machen. Noch schlimmer sind aber all die westlichen Männer, die nur wegen der einen Sache kommen. Da ich bereits in Westafrika war, hab ich das ganze umgekehrt auch schon mit westlichen Frauen gesehen.

    Ich schreib das, weil ich hier immer lese, wie schlimm die Einheimischen doch sind. Ich denke, das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Unabhängig davon, ob nun weibliche oder männliche Sextouris: die sparen sich diese paar Wochen meist mühsam das ganze Jahr zusammen, spielen dann hier den dicken Max und machen einen auf König. Einerseits - wer will denn dauernd nur zusehen? Ich denke, jeder will was von dem Geldkuchen abbekommen, insbesondere, wenn die Einheimischen für ihre Verhältnisse sehen, wie das Geld rausgeworfen wird. Andererseits, es scheint wohl, je älter der westliche Ausländer, desto jünger muss der/die Einheimische sein. Weil die da aber auch nicht drauf stehen, wird es halt mit Geld kompensiert. Ist also nicht mehr als ein Geschäft. Und das ist diesen "Touristen" durchaus bewusst. Es ist erbärmlich, wie herablassend und entwürdigend die Frauen hier in Asien teilweise behandelt werden.

    Die ganze zeit sieht man dann noch, wie die Ausländer richtig viel Geld ausgeben. Selber müssen sie vielleicht ihr Leben lang auf was sparen. Der Ausländer kommt, legt entsprechend Geld auf den Tisch und bekommt sofort, was er will. Für die Einheimischen dagegen wird es so teuer, dass man sich nichts mehr leisten kann.

    Das, was Dir so negativ aufstößt, sind in vielerlei Hinsicht die Auswirkungen unseres westlichen Lebensstils. Wir haben diese Länder ausgeblutet und tun es noch immer. Stell Dir doch mal vor, Du kannst Dir in der Schweiz nichts mehr leisten und der ganze Ort ist voller Russen. Wird da Mitgefühl für die Russen aufkommen? Ich denke mal, eher nicht.

    Die ganze Sache hat also immer zwei Seiten. Davon abgesehen: auch mir gefällt nicht alles, was ich in Asien sehe. Aber immer nur auf die Einheimischen zeigen, finde ich, ist zu kurz gegriffen. Und wenn man dann so viel Negatives, aber nicht das Schöne an einem Land oder einer Region sieht, frag ich mich schon auch irgendwie, was man da dann will.

    Das ist kein persönlicher Anfriff. Aber ich denke, man sollte alles immer von zwei Seiten sehen ;)

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