Sonntag, 3. Juli 2011

Der Beschiss bei Landkauf in Ghana



http://africa-swiss-guesthouse.jimdo.com/

 
Es hört nicht mehr auf, wir kommen einfach nicht zur Ruhe. Wir dachten auf alles was wir uns nun konzentrieren können sei unser Restaurant und es zum laufen zu bringen.

Seit einem Jahr versuchen wir nun die Papiere für das Land zu bekommen, auf welchem das Restaurant steht. Eric der Agent der uns das verkauft hat, im Namen seines Kunden, sollte sich darum kümmern, dafür haben wir ihm 2000 Ghc bezahlt (ca. 1400 CHF) gegen Quittung.

Dann kam dann die ganze Sache mit dem “Beschiss” und es ist alles einwenig in den Hintergrund getreten, mit dem Land. (Siehe die Blogs Beschissen). Ich habe mich dann immer wieder mal bei Eric gemeldet und nachgefragt wie es den nun mit unseren Papieren stehen würden. Er sagt einmal ziemlich am Anfang, er habe einen Bekannt bei der TRUST, so heisst die Stelle wo Land eingetragen wird und die Papiere ausgestellt werden. Der Bekannte würde ihm bei den Papieren helfen. Nach ein paar Wochen habe ich dann wieder mal nach gefragt und er hat mir gesagt, es gäbe jetzt da ein kleines Problem, der Bekannte arbeite nicht mehr bei der TRUST und es seien alle Mitarbeiter ausgewechselt worden und im Moment würden sie keine Papiere ausstellen. Immer und immer wieder habe ich Eric gefragt was den nun sei, der hatte immer eine passende und beruhigenden Antwort, ich glaube ich wollte ihm einfach glauben, weil ich im Moment einfach genug hatte mit der anderen Geschichten, vielmehr hätte ich wohl nicht mehr verkraftet.

Im Oktober 2010 wollte ich es dann doch einwenig genauer wissen und bin mit Eric und King, der zu dieser Zeit gerade hier war, zum TRUST gegangen. Der Typ da meinte er könne gar nichts machen, er brauche vom Vorbesitzer, Henry Darko, den Original Landtitel und die Quittung, von wem er es gekauft und wie viel er bezahlt hat. Henry müsse persönlich vorbei kommen und 2 Foto bringen.

In den nächsten Wochen habe ich dann Eric ein paar Mal angerufen, ob den Henry nun beim TRUST war, ich bekam immer die gleiche Antwort, nein Henry sei zu beschäftigt, aber am nächsten Freitag oder am nächsten Montag, Die Freitag und die Montag gingen vorbei und er kam nicht. Es hatte immer alles so einleuchtend geklungen, dass eigentlich nicht wirklich Misstrauen bei mir hoch kam. Da ja Eric bei der ganzen “Beschiss” Geschichten an unserer Seite stand, habe ich mir eigentlich nicht wirklich Gedanken gemacht, ob er nun auch ein Betrüger sei.

Ich weiss, dass ich leicht gläubig war, aber ich glaube ich wollte der Wahrheit einfach nicht ins Gesicht schauen, ich hätte zu diesem Zeitpunkt einfach keinen weiter Tiefschlag verkraftet. Im Grund wusste ich es, dass er ein faules Ei ist. Da aber auch nie irgendjemand auf dem Land erschien um Besitzansprüche anzumelden, dachte ich, dass wohl doch alles in Ordnung sei.

Die Eröffnung der Restaurants hat dann auch unsere volle Aufmerksamkeit erfordert, so das die Sache wieder in den Hintergrund gedrängt wurde.

Als dann wieder ein wenig Ruhe in alles eingekehrt war, habe ich mich entschlossen nun der Sache doch selber auf den Grund zu gehen. Ich habe mich auf die Socken gemacht. Ende März 2011 wollte es doch wissen, wo den nun das Problem liegt. Ich musste mich beim Empfang anmelden, bald darauf wurde ich vom Boss selber empfangen. Ich wurde in sein Büro geführt. Er fragte höflich nach meinem Anliegen. Ich erklärte ihm die Sache und er erinnerte sich daran, dass ich vor ein paar Monaten mit King schon einmal hier war.

- Ja die Sache sei ziemlich kompliziert und dann kam der Hammer. Das Land welches uns Henry Darko verkauft hat, sei der TRUST gestohlenes Land. Der Bekannte den Eric angeblich bei der TRUST hatte, war ein faules Ei und hat Land verkauft, welches nicht ihm gehört und damit die Leute die kauften nicht sofort Verdacht schöpften, hat er falsche Landpapiere ausgestellt. Ich denke das war mit der Grund warum die Leute bei der TRUST ausgewechselt wurden, weil wohl alle da Banditen und korrupt waren.

Ich bin da gesessen und hätte am liebsten einfach in ein Loch verschwinden wollen, ich will es nicht hören. Ich habe den Typen gefragt, ob es denn möglich sei, dass wir unser Land verlieren, er meinte so ziemlich kalt, - ja das könne sein. Ich bin fast vom Stuhl gefallen, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und doch ging mir so viel durch den Kopf, dann kamen die Tränen , ich konnte sie nicht zurück halten. Der Boss war ziemlich ratlos, noch unter Tränen habe ich ihm erzählt, das dieser Beschiss nicht das einzige sei, was wir hier in Ghana seit einem Jahr erleben. Er war echt schockiert, als er in Kürze von der anderen Geschichte erfuhr. Als ich mich wieder beruhigt hatte, fragte ich ihn ob er eine Ahnung habe was seine Aussage für uns Bedeute, an dem Land resp. dem Restaurant hänge unsere ganze Existenz, das Restaurant sei eröffnet und wir arbeiten und es ist alles was wir noch haben um uns über Wasser zu halten. Wenn wir diese Land verlieren, dann gibt es für uns nur noch den Weg nach Hause.

Ich habe ihm kurz erzählt was uns noch so alles passiert ist mit meiner Schwagerfamilie (Blog Beschissen), er hat nur den Kopf geschüttelt. Er hat mich gefragt ob ich seine Hilfe möchte. In Ghana ist Hilfe meistens mit Geld verbunden und so antwortet ich ihm, - ich kann mir nicht einmal mehr einen Anwalt leisten und die Bande vor Gericht zu bringen, noch könne ich mich Scheiden lassen, also bei uns sei nichts mehr zu holen. Er frage mich noch einmal ob ich seine Hilfe wolle, natürlich würde ich seine Hilfe gerne in Anspruch nehmen.

Ich solle anderen Tags um 12.00 wieder zu ihm ins Büro kommen und doch gleich Eric den Agenten mit nehmen. Ich solle einen Brief schreiben, einen Antrag auf Unterstützung und die Angelegenheit beschreiben. Ich war bis 4 Uhr morgen auf und habe den Brief formuliert, damit er nicht zu lang wird, aber doch alles wieder gibt was wichtig war.

Anderen Tag um 11.30 war ich auf dem TRUST, ich bin kaum gesessen ist auch Eric gekommen, ungewöhnlich pünktlich für ein Ghanaer. So hatten wir noch einwenig Zeit miteinander zu reden. Ich erzählte ihm was Paa Joe mir gesagt hatte und Eric meinte, dass könnte nicht sein, er habe die Papiere doch zum TRUST gebracht, da müsse ich sicher etwas falsch verstanden haben. Ich habe Prince (meinen Caretaker) der mit gefahren ist gefragt, er habe doch das selbe verstanden, er meinte ja. Das ist mit ein Grund warum ich Prince an viele Orte mit nehme, 4 Ohren hören immer besser als 2. (leider hat mich der gute in zischen auch verlassen, er hat wohl was besseres gefunden)

Dann wurden wir in Paa Joe’s Büro gerufen, er hat meinen Brief gelesen und immer wieder den Kopf geschüttelt, gewisse Absätze hat er wiederholt gelesen, es sei ungeheuerlich, was uns da passiert sei. Ich fragte ihn ob er alles verstehen, weil mein Englisch nun nicht ganz perfekt sei, er meinte, - es sei alles sehr detailliert geschrieben und gut zu verstehen, er lese gewisse Abschnitte nur zwei Mal, weil es kaum zu glauben sei. ( Blog Beschissen 1-6)

Als er fertig war, hat er sich an Eric gewandt und gemeint, - es mache ihn sehr sehr wütend wenn er solche Sachen hören und lesen würde, was mit Ausländern passiert die in sein Land kommen, ihr Geld investieren und in Frieden mit ihnen hier leben möchten.

Er erzählt uns als, er das letzte Mal in den Staaten war, sei er auf einem Highway von der Polizei, zwecks Ausweiskontrolle angehalten worden, er hat ihnen seinen Pass gezeigt und weil sie über Ghanaer nur gutes wussten, haben sie ihn ohne weiter wieder gehen lassen. Er hat zu Eric gesagt ich möchte, dass dies auch in Zukunft so bleibt, aber was denkt Du werden diese zwei Ladies in ihrem Heimatland über Ghanaer erzählen, sollten sie wieder zurück gehen müssen. Plötzlich wurde er laut und ungehalten, er hat sich dann aber entschuldigt und gesagt, die ganze Sache mache ihn einfach wütend.

Er fragt mich ob ich immer noch mit Dennis Galley verheiratet sei, - ja habe ich geantwortet, ich habe ja kein Geld für einen Anwalt. Er sagt er würde mir einen besorgen.

Das wäre ja zu schön um war zu sein, endlich mal jemand dem unsere Geschichte wirklich an die Nieren geht. Bis jetzt sind wir in Ghana noch nicht wirklich auf Hilfe gestoßen. Selbst die Schweizerbotschaft hatte zu unserm Fall nichts zu sagen als, - Es tut uns leider, aber.......

Er hat sich dann die Quittung angeschaut die wir für die 2000 Ghc von Eric erhalten haben, welches er für das Erstellen der Papiere bekam, aber nie was dafür getan hat. Paa Joe hat Eric gefragt ob er sich bewusst sei, dass der Betrag inzwischen 4000 Ghc sei. Eric antwortete, ja dies sei er sich bewusst. Paa Joe hat von ihm verlangt, dass er bis spätestens dem folgenden Tag, das Geld bezahlen und das ausgefüllte Antragformular vorbei bringen muss. Eric wollte behaupten, das Formular sei noch bei uns, - ne ne mein Lieber, dass hast Du das letzte Mal ausgefüllt wieder mit genommen, mit den Fotos.

Ich merkt nun langsam das Eric genau so ein Bandit ist wie alle anderen, er konnte uns nur einfach länger was vorspielen, ich hätte ihn am liebsten ins Gesicht geschlagen, aber der bekam jetzt auch noch sein Fett weg.

Ich kann einfach diese dummen Menschen nicht verstehen, wie können die überzeugt sein davon, dass so was nie auffliegen würden. Nun wurden mir auch blitzschnell ein paar Zusammenhänge klar, wie Schuppen ist es mir von den Augen gefallen.

Eric hatte mir ja gesagt er habe einen Freund auf der TRUST, der ihm bei den Papieren behilflich sei, der würde sich um alles kümmern. Als dann aber alle Mitarbeiter ausgewechselt wurden, ich vermute genau aus dem Grund weil sie falsche Spielchen trieben und dafür Geld kassierten, wohl nicht nur dieser Robert. - Nun hatte Eric ein Problem.

Wir haben ihm geglaubt blöd und unwissend wie wir waren. Mir kam dann plötzlich zu Bewusstsein, dass er wohl auch mit der ganzen Bande unter einer Decke stecken musste, nur einfach immer unser Vertrauen behalten konnte, weil er sich bei uns einschleimte.

Er war der erste der mit uns auf dem Polizei Hauptquartier in Accra war und seine Aussage gemacht hatte. Er was immer da hilfsbereit, war somit immer an unsere Seite und bestens informiert was läuft. Heute habe ich plötzlich gemerkt, dass auch er im trüben fischt. Mir wurde schlagartig klar was sein Spiel war. Nur ist ihm jetzt wohl der Schuss nach hinten los. Als die bei der TRUST alle Mitarbeiter ausgewechselt haben.

Ich vermute dieser so genannte Freund hätte Eric wohl falsche Papiere für unser Land liefern sollen, dass ging dann halt nicht mehr und so kam die ganze Verzögerungstaktik und schließlich ist der Schwindel aufgeflogen.

Ich glaub mich tritt ein Pferd, wie verlogen und krank sind die Menschen teilweise hier. So viel Kriminalität und Lügen, habe ich in meinen ganzen vergangenen 55 Jahren nicht gesehen. Hätte mir noch vor einem Jahr jemand gesagt was ich hier treffen würde, ich hätte es einfach nicht geglaubt.

Ich habe Eric sehr nervös gespürt, ich glaube er wird jetzt geschnallt haben, dass sein Spiel aus ist.

Ein paar Tage später habe ich Paa Joe angerufen und ihn gefragt ob den Eric nun das Geld und das Formular vorbei gebracht hatte, natürlich nicht, wie auch, er wird das Geld wohl auch nicht mehr haben, aber ich zum Glück eine Quittung. Paa Joe hat mir gesagt ich solle doch kommen und noch einmal ein Formular ausfüllen, weil er ohne dies nichts machen könne. Also ich am nächsten Tag hin und das Formular gekauft, ist ja alles auch nicht gratis. Während ich auf Paa Joe warte, habe ich das Formular ausgefüllt. Ich bin dann lange da gesessen und habe gewartet aber Paa Joe kam nicht, er ist morgens immer auf dem Gericht und ist wohl aufgehalten worden. Somit bin ich wieder gegangen und wollte anderen Tags gehen.

Ich bin dann aber am anderen Tag nicht hin, ich hatte einfach nicht den Nerv Ich war sowieso seit ein paar Tagen übel drauf. Manchmal habe ich das Gefühl jetzt schlittere ich in eine Depression oder ich bekomme einen Nerven Zusammenbruch, ich bin einfach am Ende meiner Kräfte, ich weiss nicht ob ich diesen Kampf hier unten noch lange aushalte. Wir sind alleine, es ist keiner da der uns wirklich zur Seite steht. Wir haben kein Geld mehr. Das was wir aus dem Restaurant holen, geht für Löhne und Einkäufe drauf, Benzin. Der Gewinn ist so klein, dass wir kaum davon leben können. Wenn ich mir vorstelle was wir an Geld in dieses Land geschleppt haben und was uns noch bleibt, kann einem schon schlecht werden.

Dann habe ich mich entschlossen doch hin zu gehen, bringt auch nichts wenn ich den Kopf in den Sand stecke, so regeln wir unsere Sache auch nicht. Ich kam aber nicht dazu hinzugehen, Paa Joe hat mich an dem Tag angerufen und gefragt ob ich im Restaurant sei, - ja bin ich habe ich ihm gesagt. Er sei in der Nähe und würde vorbei kommen. Er war dann auch gleich da. Er frage mich ob ich am Samstag im Restaurant sei, weil er den Landvermesser vorbei schicken wolle, um dasLand zu vermessen.

Ich habe ihm dann noch ein Mittagessen spendiert, so macht man das hier, ich glaube ich lerne langsam. Wir haben uns unterhalten, aber ich habe keine Ahnung was Paa Joe im Schilde führt und was er gedenkt mit dem Land und für uns zu tun. Wir haben noch einen großes Stück Land das brach liegt und er hat mir gefragt was wir planen darauf zu bauen, - bauen, auf Land das nicht mir gehört, ich habe ihn ein wenig schief angeschaut, aber Ideen hätte ich schon, habe ich ihm gesagt. Er hat dann noch in meiner Gegenwart Eric angerufen und ihn gefragt wann er denn nun gedenke das Formular vorbei zu bringen. Eric hat gesagt er komme am Montag. Na mal sehen. Paa Joe hat gesagt er wird mich anrufen am Montag. (hat er dann aber nicht)

Ich habe Paa Joe des Öfteren versucht zu erreichen, aber er geht nicht ans Handy und zurückrufen tut er auch nicht. Ich habe also keine Ahnung was da läuft und ob Eric nun das Formular abgegeben und das Geld bezahlt hat.

Ich hatte ein längeres Gespräch mit Julie einer Frau etwa in meinem Alter die nicht weit vom Restaurant einen Laden hat, mit Ihr habe ich mich vor ein paar Monaten angefreundet, mit ihr habe ich immer mal wieder über die Probleme gesprochen. Ich habe ihr erzählt wie sich das mit dem Land verhält und was in letzter Zeit passiert ist, ,- sie meint das kann doch alles nicht war sein. Ich habe ihr erzählt das der Landvermesser bei uns war und das Land neu vermessen hatte und fragte wessen Namen das Landpapiere tragen soll. Ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen. Also hat Julie gesagt sie rede mit Ihrem Mann Tete, weil der Landvermesser ein guter Freund von ihm sei, der würde ihm bestimmt verraten, warum er das Land vermessen hat.

Julie hat mich ein paar Tage später angerufen und gesagt, Tete habe mit dem Landvermesser geredet, erst wollte er nicht rausrücken mit der Sprache, was den nun mit dem Land sei, aber schließlich hat er dann Tete erzählt, das Paa Joe in beauftragt hätte, die Besitzurkunde zu erstellen, für uns. Noch kann ich es nicht glauben, dass dies die Wahrheit sein soll. Ich warte jetzt auf den Telefonanruf von Paa Joe. Ein Riesen Stein wäre mir vom Herzen, wenn wir endlich die Papiere für dieses Land hätten.

Ich habe versucht Paa Joe mehrmals per Telefon zu erreichen, aber er ging nicht ran. Ich habe keine Ahnung was da nun weiter geht. Ich denke ich werde die nächsten Tage selber beim Trust vorbei fahren und zu sehen ob ich Paa Joe treffe.

Beschiss über Beschiss, was ist nur mit diesem Land los. Keine Gerechtigkeit, Korrupt, Lügen und Betrügen sind hier der Alltag. Ich frage mich ernsthaft was ich in diesem Land noch verloren habe.

Was ist aus meinem Traum geworden in diesem Land zu leben, eine Albtraum.

Mein Freundin die hier mit mir ist, hat sich entschlossen nach Hause in die Schweiz zu fahren. Nun wird wohl alles an mir kleben.

Ich werde Euch weiter Informieren, was den mit dem Land passiert, schicken sie die Bulldozer und machen alles dem Erdboden gleich, Bis es so weit ist, machen ICH weiter wie bisher, ich arbeite in unserem Restaurant und versuchen den Namen “2 Swiss Ladies” unter die Leute zu bringen, obwohl nur noch 1 Swiss Lady übrig geblieben ist.

Herzliche Grüße aus Ghana
Eure Ursula

23.6.2011











Sonntag, 26. Juni 2011

JETZT GEHTS DER BANDE AN DIE WÄSCHE


 
Nun bin ich alleine, meine Freundin hat sich entschlossen zurück in die Schweiz zu gehen. Sie fühle sich hier nicht mehr wohl, sie vermisse das soziale Leben. Es könne doch nicht sein, dass dies nun ihr Leben sein soll, Restaurant, Haus, Haus, Restaurant. Ich habe sie gefragt, was sie sich den vorstelle, dass die Leute uns gleich von Anfang an die Bude einrennen würden, aller Anfang ist schwer, vor allem wenn man Leute dazu bringen will, Geld auszugeben.

Ich glaube eher es war bei ihr die Existenzangst, weil das Geld nun beängstigend schnell zur Neige geht und ICH bin mit Sicherheit auch ein Faktor, warum sie den Schutz der Heimat sucht. Wir hatten sehr viel Streit in letzter Zeit, resultieren daraus, dass ich immer mehr gesehen haben, dass wir alles andere als ein Team sind. Ihre Vorwürfe, dass ich sie bevormunden würde, dass ich sie dominiere, na irgend einer muss ja den Karren ziehen, ich hätte ihr das ziehen oft sehr gerne überlassen, aber das konnte sie dann eben auch nicht. Sie hat einfach zu schnell aufgegeben. Ob sie in der Schweiz findet was sie sucht, wage ich zu bezweifeln, aber ich wünsche es ihr.

Na was soll’s es ist nun so und nun muss ich in die Hände spucken und sehen wie ich zurecht komme alleine.

Das Restaurant läuft im Moment eher schlecht als recht, ich habe es immer gewusst, die Regenzeit wird eine harte Zeit und kann dazuführen, dass auch ich aufgeben muss. Tageweise kommen gar keine Kunden und an manchen Tagen sind die Ausgaben höher als die Einnahmen. Mein Personal will ja auch essen. Ich weiss, dass ich im Juni / Juli / August wohl vieles aus eigener Tasche bezahlen muss. Ich zerbreche mir den Kopf, was ich den noch tun kann, um das Restaurant attraktiver zu machen, AUCH OHNE GELD. Ich habe jetzt ein Mal die Woche Film Show, mit ziemlich neuen Filmen, aber auch da passiert im Moment einfach noch nichts, aber ich glaube, wenn ich das hartnäckig jede Woche durchführe, irgend wann werden es die Leute checken und am Donnerstag zum Film Abend kommen.

Vor ein paar Wochen bin ich auf der Strasse vor dem Restaurant gestanden, da fuhr Michael vorbei, ein deutscher Pilot, der ganz in der Nähe wohnt und oft bei mir Spätzle und Geschnetzeltes geniest. Er hat mir gesagt er habe einen Deutschen kennen gelernt, der hier Fälle bearbeitet wie auch der meine (Blog Beschissen). Ich solle ihn doch anrufen und mit ihm reden.

Habe ich dann gleich anderen Tags gemacht und wir haben uns getroffen am Sonntag in der Accra Mall, einem riesigen Einkaufscenter, man könnte meinen sich irgendwo in Europa oder Amerika zu befinden. Hier bekommt man alles, Emmentaler, Schweizer Schokolade, Wein aus Frankreich und Süd Afrika, Pasta aus Italien, wenn man das nötige Kleingeld hat.

Ich habe mich mit Peter Goreki in einem Restaurant getroffen, eine richtige Berliner Schnauze, und  habe ihm von meinem Fall erzählt, wie der bei der Accra Polizei korrumpiert wurde durch meine Schwiegerfamilie und ich eigentlich keine Hoffnung mehr hätte, dass da noch irgend etwas dabei rum kommen würde. Er hat mir von seinem Fall erzählt und dass er inzwischen 7 weitere Fälle bearbeitet von Leuten aus Deutschland, die durch das Internet in Ghana beschissen wurden.

Da ich ja aber in Ghana wäre, sei die ganze Sache für ihn viel einfacher. Leute die in Deutschland leben, müssen ihm eine Vollmacht ausstellen, damit er sie hier vollumfänglich vertreten kann. Es geht hierbei in den einzelnen Fällen um zig- zehntausenden von Euros. Fälle bei denen ziemlich geschlampt wurde und wenn keiner vor Ort ist, dann passiert auch nichts. Er hat mir dann noch gesagt, dass er eine neue Bleibe suchen würde, - na kein Problem, ich habe ein Riesen Haus, welches zur Hälfte leer steht. Ob er sich das anschauen könne, - na klar, gleich jetzt wenn er Lust habe. Seine jetzige Behausung ist ziemlich weit entfernt von den Behörden die er fast täglich aufsuchen muss.

Wir sind nach Hause gefahren und er war begeistert von meinem Haus und hat sofort zugesagt, wann er denn einziehen könne hat er gefragt, - na gleich, wenn er Lust habe. Gut er gehe sein Zeug packen und würde sich wieder melden.

Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von Peter Gorecki, er sei unterwegs mit seinen ganzen Sachen, ob ich zu Hause sei. Im Schlepptau hatte er noch Mike, einen Ghanaer der in Deutschland studiert hat und sehr gut Deutsch spricht. Peter hat ihn mir als seinen Assistenten vorgestellt. Er brauche Mike für englische Übersetzungen und um Briefe zu schreiben, weil sein englisch nicht reicht. Die Briefe die er für die Gerichte, Staatsanwälte, Beschwerde Stellen etc. schreibt, müssen schon in einem korrekten englisch sein.

So ist er dann mit Sack und Pack bei mir eingezogen, wir haben uns auf eine Monatsmiete geeinigt. Die Beinhaltet, dass ich ihm die Wäsche wasche, er die Küche benutzen und sich ansonsten in meinem Haus wohlfühlen darf.

Peter Gorecki entpuppt sich als eine Goldgrube im Haus, es gibt nichts was der Mann nicht kann. Er hat mir meine Waschmaschine repariert, nun läuft sie wieder wunderbar. Den Wasserbehälter für die Scheibenwaschanlage am Auto geflickt und die Anlage so gerichtet, dass das Wasser nun an die Scheibe spritzt und nicht über das Autodach. Nun pflanzt er Wassermelonen und was weiss ich, was er da noch alles in die Erde stopft im Garten.

Er geht hier in Accra bei den Leuten ganz oben ein und aus, vor allem bei den Gerichten und den Staatsanwälten, er ist auf Du und Du mit der persönlichen Assistentin des Justizministers, die ihm sagt, wann immer er irgendwo auf Probleme stosse, soll er sich nur bei ihr melden. Er tritt den Behörden hier in die Ärsche, beschwert sich wenn ihm was nicht passt. Er wurde schon mehrmalig verhaftet, weil er im Büro des Staatsanwaltes rum brüllte, so was sind die hier nicht gewöhnt. Er ist auch in Kontakt mit dem BKA, Bundeskriminalamt in Deutschland und der deutschen Botschaft hier in Accra, die ihn hier als Kontakt angeben, wenn Leute nach Hilfe suchen, die in irgend einer Form in Ghana oder von Ghanaern betrogen wurden.

Er hat mir gesagt, bei einem Crime, wie jetzt dem meinigen, braucht es keinen Anwalt, wie  mir die Polizei hat weiss machen wollen. Die wussten genau, dass ich mir keinen mehr leisten kann. So waren sie mich am schnellst los und der Fall in einer Schublade verschwunden.

Peter Gorecki ist ein wandelndes Gesetzbuch, er kennt so ziemlich jeden Paragraphen den er für seine Fälle braucht, er weiss teilweise mehr als die Anwälte und Staatsanwälte mit denen er zu tun hat. Die können ihm keinen vom Pferd erzählen, er kennt sich bestens aus.

Er hat in meinem Fall einen Antrag gestellt um Wiederaufnahme und ich hatte schon einen ersten Termin bei Chief State Attorney “Generalstaatsanwalt” wo nun mein Fall liegt. Ich musste ihm in kürze schildern was sich zugetragen hatte. Er wird einen Antrag stellen um Einsicht in die Polizeiakte zu nehmen. Wir sollen in einer Woche wiederkommen.

Was wir dann auch gemacht haben. Als wir schon auf dem Weg waren, bekam ich einen Anruf von einer Frau, sie hat sich vorgestellt, nur leider habe ich nicht mehr als den Namen Elisabeth verstanden, sie sagte sie habe meinen Antrag auf Wiederaufnahme meines Falles vor sich liegen und hätte noch ein paar Fragen dazu, ob es mir möglich sei bei ihr vorbei zu kommen und mit ihr diese Fragen zu besprechen, - ich sei eh auf dem Weg zum Generalstaatsanwalt also würde ich bei ihr vorbei schauen.

Ich bin nun viel unterwegs mit Peter und so lerne ich viele Menschen kennen, Gisela eine Deutsche die seit 35 Jahren in Ghana lebt und eine Pension mit Restaurant gegenüber der deutschen Botschaft führt. Michael der Pilot hat mit schon viel von ihr erzählt. Da hocken wir nun öfters wenn ich mit Peter Gorecki unterwegs bin.

Da im Moment sehr wenig läuft im Restaurant, habe ich mir angewöhnt nicht 12 Stunden rumzusitzen. Ich habe Irene meine Kellnerin, die ich ja schon lange kenne und auch vertraue, Verantwortung übertragen, damit wenn Kunden kommen, sie einkassieren kann. So habe ich auch einwenig Freizeit und kann einiges im Haus erledigen oder eben mit Peter unterwegs sein. Wenn man mit Behörden zu tun hat hier in Accra, kann ein einziger Besuch einem Stunden verbraten, weil sie entweder nicht pünktlich zum Termin erscheinen, also ich spreche da nicht von 5 Minuten oder einer halben Stunde, dass können dann schon mal 2 bis 3 Stunden sein, oder sie kommen überhaupt nicht.

Also zurück zum Generalstaatsanwalt und wie sich herausstellt, ist diese Elisabeth auch eine Staatsanwältin, na meine Herren jetzt geht’s aber los, die reissen sich ja förmlich um meinen Fall. Na die fürchten wohl einen Arsch tritt von Peter Gorecki wenn sie nicht spuren.

Wir sind ins Büro der Staatsanwältin gegangen, da hat sie sich noch einmal vorgestellt, aber den Nachnamen kann ich einfach nicht behalten, na macht nichts wenigsten kenne ich ihre Zimmer- und Telefonnummer, das ist noch fast wichtiger. Sie wollte von mir die Geschichte hören, wie es zu dem Beschiss, beim Kauf des Hauses kam, (kann nachgelesen werden im Blog Beschiss). Sie hat mich gefragt ob ich den Namen des Ermittlers kenne, beim Polizeihauptquartier, wo ich die Anzeige gemacht habe, na klar und ich habe sogar seine Telefonnummer. Sie hat dann auch gleich nach dem Telefon gegriffen und Inspektor Safo angerufen, sich vorgestellt und hat ihm gesagt warum sie anrufe. Sie hat ihm ein paar Fragen gestellt, und ich glaube Safo war wohl mehr als verdattert, so einen Anruf zu erhalten. Die Staatsanwältin hat in meinem Beisein in englisch geredet, ich habe mitbekommen, dass sie ein paar Mal die gleiche Frage stellen musste, ich glaube der wollte ihr was vom Pferd erzählen und nicht auf ihre Frage antworten. Schliesslich hat sie gesagt, ja so kommen wir nicht weiter, er solle ihr die Akte schicken und dann würde sie sich wieder melden.

Leute, nun wäre ich gerne eine Maus gewesen, die vor dem Bürotisch des Inspektors hockt, dem sein Gesicht hätte ich gerne gesehen als der Anruf kam. Für die Bande da am Police Headquarter war die Sache wohl schon längst vom Tisch. Als ich das letzte Mal bei Safo war und ich eine Kopie der Akte wollte, hat er gesagt, ja das müsse ich beantragen und die ganze Akte bekäme ich sowieso nicht zu sehen, ja und das könne eh Wochen dauern. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von Peter Gorecki und dem Generalstaatsanwalt und sonstigen Staatsanwälten, Ich bin vom Stuhl aufgestanden in Safo’s Büro, habe mich leicht über den Tisch zu Safo gebeugt und habe ihm leise in Gesicht geflüstert, - ich komme wieder mein Lieber, aber dann habe ich Leute im Rücken, die kann auch die  Schlampe (Juno Jones Mensah) nicht mehr Toppen und dann werden wir sehen. (Siehe Blog Beschissen, wie der Fall der Korruption zum Opfer viel). Ich hatte da wohl einen kleinen Anflug von Hellsichtigkeit. Peter Gorecki habe ich erst Monate später getroffen. Ich wurde so wütend bei so viel Überheblichkeit, dass ich ihm einfach was in Gesicht flüstern musste.

Anschliessend hatten wir Termin in Matthew Amponsah‘s Büro, um zu erfahren was jetzt nun weiter geht. Nach einer Stunde Wartezeit, ist er dann endlich erschienen, in seinem Büro habe ich einwenig den Schleimscheisser rausgehängt, er ist ja auch nur ein Mensch und zugänglich für Schmeicheleien. In seinem Büro herrscht eine eisige Kälte von der Kühlanlage, ich habe ihm gesagt er müsse achtgeben, das sei nicht gut für seinen Hals und er könne sich erkälten, er hat sich bedankt dafür das ich mich um seine Gesundheit sorgen mache.

Wir sind mit ihm zusammen ein paar Büros weiter, um ein paar Formulare auszufüllen. Vor dem Büro haben wir uns verabschieden und er hat gesagt Peter solle ihn am folgenden Tag anrufen um weitere Information zu bekommen. Wir waren schon ein paar Meter weiter gelaufen, als er uns nach eilte, um mir seine Visitenkarte in die Hand zu drücken, ich habe ihm meine gegeben. Nun habe ich einen Freund ganz weit oben.

Peter hat ihn dann am folgenden Tag um 15 Uhr angerufen und er sagte ihm, wenn immer er zu ihm komme, solle er mich ja mitnehmen. - Na na was hat er wohl vor.

Die letzten paar Monate als ich mir so unheimlich einsam vorkam, seit die Sache mit Juno und dem Beschiss passiert ist, habe ich mir immer gewünscht Menschen zu kennen, die ganz oben mitmischen, so einer eben wie den Generalstaatsanwalt und nun ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen. Hier in Ghana läuft nichts ohne Kontakte, vor allem als Ausländer der hier Fuss fassen will und wenn dir einer seine Visitenkarte in die Hand drückt, heisst das, “We keep in Touch” Wir bleiben in Kontakt.

Peter ist ein Glückstreffer in jeder Hinsicht.

Ich bin davon überzeugt, dass die Buschtrommeln bereits bei Juno angekommen sind und ihr gemeldet wurde, dass sich da wieder was tut. Da es ja ein Mitglied aus ihrem Familien Klan war, die den Fall zum kippen gebracht hatte. Eine die bei der Polizei angeblich was zu sagen hat, war beim Chefinspektor im Büro, als ich sie herauskommen sah, war für mich klar, dass der Fall nun wohl eine Ende gefunden hat, ich wusste nur noch nicht in welcher Form (kann nachgelesen werden, Blog Beschissen), Die Telefondrähte nach London zu dem Haupt der Bande, Dennis Galley, werden wohl schon heiss laufen. Diesmal muss sich der 9x Kluge Dennis schon was besseres einfallen lassen, mit Bestechung geht da gar nichts mehr.

Die Geschichte ist ganz frisch und auch ich weiss noch nicht, wie es weiter gehen wird, also Leute bleibt dran, ich werde euch auf dem laufenden halten.

Liebe Grüsse aus Ghana


Dienstag, 1. März 2011

Eröffnung !!!



Die letzen Schritte zur Restaurant Eröffnung





 


Nun haben wir es trotz allen Stolpersteinen und anderen Herausforderungen geschafft unser “2 Swiss Ladies” zu eröffnen  Es war noch ein harter Weg, aber seit dem 12.2.2011 haben wir geöffnet.








Wir haben neben ghanaischem Essen auch europäische Küche.

- Käseschnitten mit einem Spiegelei
- Rösti mit Frikadellen (Hackfleisch Ballen)
- Spätzle mit oder ohne Käse mit Frikadellen
- Spagetti mit Sauce Bolognaise
- Tuna Salat
- Chef Salad
- Ragout mit Pasta, Reis oder Rösti
- Spinal Eintopf nach Grossmutter Art




Die letzen paar Wochen waren hart, es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten unsere Koffer packen können und nach Hause fliegen. Wir hatten kaum mehr Kapital (Warum, ist in den Blogs Beschissen beschrieben). Aber wir haben das grosse Glück Familien zu haben die uns nicht im Stich lassen. Die Eltern meiner Freundin und Geschäftspartnerin waren im November 2010 hier zu Besuch, ich glaube es hat ihnen gefallen. Sie konnten sich ein Bild von unserer mehr oder weniger prekären Situation machen.

Wir sind so kurz vor dem Ziel, wir wollten nicht aufgeben. Nach dem ihre Eltern wieder in der Schweiz waren haben sie uns CHF 6000.-- geschickt, dass hat uns sehr geholfen, aber fertig wurden wir damit doch nicht.

Ein nachträglich grosses Dankeschön an die Eltern meine Freundin.

Nun kam das Jahr 2011 und es gab eine Teuerung von rund 30%. Die Preise in Ghana schnellten in die Höhe, einfach unvorstellbar. Keine Ahnung wie dies das ghanaische Volk verkraftet.

Ganz deutlich war dies beim Autotanken spürbar, nun hatten wir für 40 Ghc den Tank nur noch ¾ voll und vorher einen vollen Tank!

Uns fehlte das Geld einfach hinten und vorne, wir wussten bald nicht mehr was wir machen sollen. Dabei kam uns die Idee, dass wir unser Haus verkaufen könnten und uns was kleineres Bauen auf dem Grundstück, dass uns beim Restaurant noch blieb. Da uns ja so oder so keine Zeit mehr für das Betreiben unseres Gästehauses bleibt, wenn das Restaurant einmal steht, ist unser Haus mit 5 Zimmern einfach zu gross,. Manuela und ich leben in 2 Zimmern , die Küche und die Essecke wird benutzt, der Rest des Hauses ist leer.

Meine Kellnerin Lucy immer
 ein Lächeln auf
dem Lippen. Ich geniesse mein
Fufu mit Erdnusssuppe

Wir haben 2 Zettel an unser Auto geklebt “ 5 Bedroom house to sale” und die Telefonnummer. Da man hier in Accra ja sowieso immer irgendwo im Stau steckt, ist das die beste Werbung oder Anzeige Tafel. Wir bekamen sehr viele Anrufe, auch von Agenten die das Verkaufen des Hauses übernehmen wollten, klar bei dem Preis den wir verlangt haben kommt ganz schön was an Provision zusammen. Die nehmen 5% vom Käufer und 5% vom Verkäufer, bei einer Verkaufssumme von 200’000 Ghc etwa 150’000 Dollar eine ganz schöner Batzen Geld.

Wir hatten viele Interessenten, die Leute waren begeistert vom Ausbau unseres Hauses, wir haben alles mit Liebe eingerichtet. nur der Preis hat sie abgeschreckt, aber verschenken wollten wir unser Haus ja nicht und der Preis für unser Hause sei gerechtfertig habe ich mich informiert.

Unser schönes Haus 5 Zimmer und ein
Riesen Vorplatz

Die Nachbarn haben uns gefragt, ob es uns den wirklich Ernst sei mit dem Verkauf. Victoria unsere Frisör Nachbarin, hat geweint als wir ihr gesagt haben, dass wir das Haus verkaufen müssen. Sie würde für uns Beten, damit es eine andere Lösung geben würde. Aber wir haben keine andere Wahl, wir brauchen ganz dringend Geld.

Ende Januar 2011 kamen meine Mutter mich besuchen. Ich kann es kaum erwarten sie wieder zu sehen. Um hier mal ganz ehrlich zu sein, als ich in Ghana ankam, habe ich behauptet wohl kaum in der Schweiz irgend etwas zu vermissen, aber es ging kein Jahr und das Heimweh hat mich gepackt. Ganz besonders meine Familie und vor allem mein Sohn.


Meine beiden Perlen Lucy und Irene
Ich glaube wenn nicht so viel schlechtes hier in Ghana passiert wäre, würde es wohl mit dem Heimweh nicht so schlimm sein. Wenn man so enttäuscht, beschissen und hintergangen wird, würde man ( ich auf jedenfalls) sich in den Schoss der Familie und Freunde verkrümmeln um wieder positive Energie zu tanken.

Deswegen war ich so glücklich als meine Mutter mir mitteilte sie würde am 23.1.2011 einfliegen und ich sie am Flughafen Kotoka in die Arme schliessen konnte.

Lange habe ich meiner Familie nicht wirklich erzählt, was hier in Ghana los ist, ich hatte einfach nicht dem Mumm dazu, wer gibt schon gerne zu, dass er beschissen worden ist und auf die Schnauze gefallen, aber noch liegen wir nicht ganz am Boden.


Die Bar, die Ghanaer alzu gerne besuchen
 und einen heben, besonders die lokalen
Drinks die es hier  zu Hauf gibt.
Ich tat mich auch lange schwer damit, die ganze Geschichte in einem Blog zu verfassen, aber ich dachte mir, dass ich vielleicht mit meiner Geschichte ein paar Leute davor bewahren kann, in die gleiche Scheisse rein zu treten. Sie sind die Blogs “Beschissen” entstanden.

Auch meine Familie hat sie gelesen, meine Schwester hat sie für meine Mutter ausgedruckt, damit auch sie alles lesen konnte. Sie hat mich anderen tags angerufen und mir erzählt sie habe nach dem sie alles gelesen hatte die ganze Nacht kein Auge zugemacht und da reifte in ihr der Entschluss, dass sie mich unbedingt in Ghana besuchen muss. Meine Mutter ist 78 Jahre alt und geht am Stock. Ich werde ihr das nie vergessen. Diese Reis auf sich genommen zu haben, um mir hier zur Seite zu stehen.



Unser Grill Marke Eigenbau, aber er
erfüllt seinen Zweck.

In der ersten Nacht nach ihrer Ankunft, haben wir kaum ein Auge zubekommen, wir hatten uns so vielen zu erzählen und sie wollte noch mehr Details hören von unserer Geschichte.

Danke “Mütti” hier ein ganz besonderer Dank an meine Mutter! Ich liebe Dich.


Wir sind gleich anderen tags losgezogen um einzukaufen mit einer grossen Einkaufliste für unser Restaurant. Die Küche war noch leer- Tisch und Stühle für das Gartenrestaurant, da ja alles im Freien unter einem Dach ist. Einen Generator und eine Pumpe um das Wasser aus dem Tank in die Küche und Toiletten zu pumpen. Eine Tiefkühltruhe, Geschirr, Besteck, Gläser und und ...........

Was die Kochgeräte anbelangten die unsere Köchin für die lokalen Speise Zubereitung braucht, da wollen wir dann mit ihr selber gehen, sie weiss am bestem was sie benötigt.

Sophie meine Köchin
Lange haben wir darüber nachgedacht wie wir die Gäste vor der Sonne schützen können, Afrikaner sitzen nicht sehr gerne in der Sonne, also muss was her, das einiger massen aus sieht aber nicht teuer sein darf. Alle möglichen Varianten haben wir uns angesehen, vom Zeltdach mit Stangen über Sonnenschirme, aber das hat uns alles nicht befriedigt. Da kam meinem lieben und treuen Freund Nana die Idee, wir sollen doch ein Strohdach, mit Bambusstangen machen. Diese Idee hatten wir auch schon, nur haben wir sie wieder verworfen, die Preise die die von uns wollten, waren einfach unglaublich (Obruni Preise).
Nana hat aber einen Schreiner und den hat er so lange bearbeitet bis wir es zu einem vernünftigen Preis bekam und nun haben wir unseren sogenannte “Summerhut” Ich bin richtig glücklich.
Nun fing unser Restaurant langsam wie eines aus zu sehen und die Leute die vorbei gingen haben neugierig rein geschaut und gefragt was das denn werden soll. Unsere Chancen das Restaurant zu eröffnen wurden immer grösser. Aber es war noch viel zu tun.




Meine beiden Bodyguards


Wir haben eine wunderbare Köchin gefunden, Sophie, sie hat in einem Hotel gearbeitet, dem Coco Beach, gehört nun zu unserem Team. An einem Sonntag hat sie für meine Freundin, meine Mutter und mich eine Probe Essen gemacht, es hat wunderbar geschmeckt.


Das grosse Probekochen, aber sie hat bestanden
Unsere Küche zu Hause

Unsere beiden Kellnerinnen sind auch ein Glücksgriff. Irene ist die Tochter unsere Frisör Nachbarin Victoria (auch in einem früherer Blog erwähnt, “wie wir leben”)

Lucy habe ich kennen gelernt, als ich mal wieder Anhalten mit genommen habe, zur nächsten Busstation, wie ich das öfters mache, wenn ich alleine im Auto bin oder mit meiner Freundin. Weil gerade an den Wochenende kaum Trotros (Kleinbusse in Ghana) fahren und wenn dann sind sie meistens überfüllt und bieten kein Platz mehr für die Leute die da an der Strasse stehen wo wir wohnen. Ich habe schon manches “GOD bless you” dafür bekommen.


Lucy hat schon in einem kleinen Spot gearbeitet, aber als Köchin. Ich habe ihr gesagt, dass ich eine Kellnerin brauche, sie hat sich bereit erklärt und ich habe ihr gesagt wenn unsere Restaurant so gut läuft, dass wir eine zweite Köchin brauchen, kann sie nach rücken. Sie und Irene wohnen in der Nachbarschaft und so können wir nachts nach Arbeitsschluss alle zusammen nach Hause fahren.


Das Takeaway
 Meine Mutter war 4 Wochen hier, sie hatte den Flug noch umgebucht von hier aus, weil sie nicht nach Hause fahren wollte. Ich habe die Zeit mit ihr genossen, wir waren uns schon seit Jahren nicht mehr so na, wie in dieser Zeit. Ich habe nur bedauert nicht viel mehr Zeit für sie gehabt zu haben. Wir haben aber doch ein paar Ausflüge unternommen. Cape Coast und Elmina die Sklaven Forts vor haben sie sehr beeindruckt.

Nach einer Woche wurde ihr der Verkehr und das Gewusel in Accra doch zu stressig und sie wollte lieber im Haus bleiben oder bei uns im Restaurant. Sie hat uns den Haushalt geschmissen und hat gebacken, ich hätte sie glatt als Hausmädchen eingestellt. - Ja das ist meine Mutti!

Um in Ghana ein Restaurant zu eröffnen, braucht es auch einige Bewilligungen und einen Gesundheitscheck für alle Angestellten, inklusive wir die Besitzer. Das Blut, der Urin und der Stuhl wird untersucht. Nach der Untersuchung bekommen alle einen Ausweis, der alle Jahre erneuert werden muss.

AMA Health hat unser Restaurant inspiziert und für gut befunden, dass wir eröffnen können. Na wir haben ja auch nach Schweizer Standart gebaut, hätte mich gewundert wenn sie was zu bemängeln gehabt hätten und genug Schmiergeld haben wir auch bezahlt, hätten wir nicht, wäre die Mängelliste lang gewesen und wir hätten nichts dagegen tun können.

Am 12.2.2011 war dann der grosse Tag der Eröffnung, wir haben überall Flyers verteilt und einige VIP’s eingeladen. Leider konnten wir uns keine Eröffnung leisten wie mir eigentlich vorschwebte, mit Lifeband und einer traditionellen Tanz - und Trommel Gruppe, dafür reichte leider das Geld nicht. Also haben wir einfach sonst lautet Musik gemacht und der Tag war wunderschön. Ich war so glücklich meine Mutter als Vertreterin der Familie dabei zu haben.

Am folgenden Tag dem 13. Februar war mein Geburtstag. Wir haben ihn gebührend gefeiert. Gäste waren nicht viele gekommen darum haben ich mit allen Angestellt an einem grossen Tisch gefeiert, es war eine wunderschönen Geburtstag.

Mein 55igster Gebrutstag
zusammen mit meiner Mutter
  

Wir haben beschlossen am Montag einen Ruhe Tag zu haben, da wir noch nicht genug Leute sind um in Schicht arbeiten zu können. Wir müssen im Moment alle einwenig hart durch, aber ich habe ein wunderbares Team und wir ziehen alle am gleichen Strick. Es ist nur einer, aber den werden wir Ende Monat entlassen, zusammen mit seiner Frau.. Er hockt den ganzen Tag nur rum und plötzlich ist er wieder irgend wo verschwunden, einfach weil auch zu wenig zu tun ist für ihn. Wir haben kein Geld so jemanden zu bezahlen, ist auch nicht richtigen den anderen gegenüber, die sich wirklich die Beine ausreissen. Seine Frau arbeitet nicht sauber und ignoriert die Anordnungen von Sophie der Köchin. Im Nachhinein habe ich jetzt noch erfahren, dass die zwei klauen.

Mit unserem Beschiss sind wir noch nicht weiter, der Fall wurde ja jetzt von der Bande bestochen und liegt nun in einer Schublade vergraben auf dem Polizei Hauptquartier. Aber wir geben nicht auf, ich habe da ein paar Kontakte knüpfen können bis hoch in die Regierung. Ich möchte aber noch nicht zuviel darüber reden, es braucht halt hier auch alles seine Zeit.

Die Chefin hinter der Theke


Langsam tasten sich meine Freundin und ich an die Gastronomie Welt heran, es ist für uns beide neu Land. Buchhaltung, Einkaufen, Inventar, Personalführung, ist alles ein wenig anders in Europa.

Wir gehen Einkaufen auf dem Markt. Da bekommen wir zu ziemlich alles was wir für die lokale Küche brauchen. Fisch kaufen wir beim Fischhändler. Später wollen wir dann selber nach Tema auf den Fischmarkt, es lohnt sich aber erst ab einer gewissen Menge Fisch.

Ich kann leider das Einkaufen auf dem Markt nicht geniessen, meistens geht meine Köchin alleine und ich warte draussen auf sie. Wenn die Marktfrauen meine Gesicht sehen, schnellen die Preise gleich in die Höhe. Hier geht man immer davon aus, dass weiss unbedingt Geld haben und man sie ruhig einwenig ausnehmen kann. Im Moment geht es uns nicht besser als jedem anderen Ghanaer der ein Lokal betreibt in der Grösse.

Der erste Monat ist rum, zwar nur der Halbe, aber immerhin haben wir die Löhne nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen und es ist noch einwenig übrig geblieben.

So das wär’s mal fürs erste. Dieser Blog ist entstanden weil mich Leser/innen darauf aufmerksam gemacht haben, dass sie gerne wissen möchten wie es denn nun bei uns weiter gegangen ist, nach dem grossen “Beschiss.


















Montag, 27. Dezember 2010

Beschissen Teil 6 / Korruption

http://africa-swiss-guesthouse.jimdo.com/


Wieder auf dem Polizei Hauptquartier in Accra
 
29.11.2010 um 10 Uhr mussten wir wieder bei Inspektor Safo im Büro sein. Wir sind sehr zuversichtlich hin gegangen. Manuela und ich musste ein wenig früher da sein, weil wir ihm noch das Foto von Goodys Auto bringen mussten und ihm genau erzählen wie sich das mit dem Auto verhalten hat.

Kurz vor 10 Uhr hat uns dann Inspektor Safo gesagt, er müsse noch einmal kurz weg für eine PRIVATE Besorgung, ich habe schon leicht gestutzt, was Besorgung wenn man einen Termin hat?

Er ist dann gegangen und wurde nicht mehr gesehen bis nach 12 Uhr. Ich habe ihn ein paar Mal angerufen und gefragt was den nun los sei. - Ja er sei unterwegs stecke im Stau fest. Uncle King wurde schon sehr nervös, schliesslich hatten wir noch was anderes zu tun als hier rum zu sitzen. Aber mir wurde schon öfters erzählt wie das bei der Polizei zugeht, dass ist denen scheiss egal, ob man da nun stundenlangen warten muss.

Der 5. Stock in diesem Gebäude, ist dem  Betrug vorbehalten und er ist immer voll gestopft mit Leuten, die irgend einen Betrug zu melden haben oder zu Verhören gehen müssen, so wie wir. Nun sind aber die Polizeioffiziere auf diesem Stock allergisch gegen Leute die in den Gängen rum stehen und so verteilen sie die Wartenden auf den 6. oder 4. Stock, weil da meistens die Sitze frei sind.

Einer der Inspektoren wollte mich und die Zeugen in den 4. Stock schicken, da habe ich mich geweigert und habe dem Inspektor, wahrscheinlich ein wenig zu forsch gesagt, dass ich mich nicht in den 4. Stock setzen werden, weil da das Subjekt Juno mit ihrem Vater sitze.

Da ist er fast ausgetickt und hat mir einen Vortrag halten wollen, wie man hier in Ghana einen Polizei Beamten zu respektieren hätte. Da habe ich ihm einen Vortrag gehalten, wie das in meinem Land aussieht auf einem Polizei Revier.

Wenn sie hier die Termin einhalten würden und die Leute nicht Stundenlang warten müssten, weil irgend so ein Inspektor private Einkäufe macht, während er eigentlich hier seine sollte. Dann wären die Gänge hier auch nicht so überfüllt.

Ihm sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, aber mir war das Wurst. Ich frage weiter wie es dem mit dem Respekt mir gegenüber stehe, ich warte jetzt schon über 2 Stunden auf den einkaufenden Inspektor. Er drohte mir, dass er mich dafür einsperren könne. Nur zu du Ochse, habe ich dann auf Schweizer Deutsch noch nachgehackt. Da ist er wütend von Dannen gezogen. Na da habe ich mir wohl einen Feind geschaffen, was soll’s war eh schon alles Kacke.

Als es dann so weit ist, kommt Juno aus dem 4. Stock in Begleitung ihres Vaters und 2 anderen Personen. Prince der neben mir sass, sagte mir wer die eine der Personen ist, sie hat die Stellung eines höheren Offiziers in der Ghana Polizei. Als ich sie dann auch noch im Büro unseres zuständigen Chief Police Officers verschwinden sah und sie nach 15 Minuten wieder raus kam, da war mir Schlag artig klar das der Fall nun bestochen ist und kaum mehr zu unseren Gunsten laufen wird. Was sich dann in der folgenden Anhörung auch bestätigte

Noch in Inspektor Safo’s Büro. Hat er dann Juno gefragt ob sie, ihr das Auto von Goody zeigend, dieses Auto kenne,  sagt doch diese Schlampe, nein kenne sie nicht. Manuela und ich konnten uns nicht zurückhalten und haben gelacht. Nach einem 2. Blick auf das Foto sagt sie dann, - ach ja das ist das Auto einer Bekannten, von uns. Inspektor Safo fragt und ob sie es gekauft habe, - nein hat sie wieder geantwortet. Er hat es dabei belassen.

Weiter hat er gefragt ob sie dies kenne, und hat so auf die Kopie des Checks gezeigt, da sagt Juno, das war ein Geschenk von King, weil sie ihm geholfen habe, das Haus zu verkaufen. King hat fast lachen müssen und hat gesagt, - was soll ich, ich habe grad mal 5000 Dollar Gewinn gemacht mit dem Haus, wie kann ich da 20’000 Dollar raus geben als eine Geschenk.

Manchmal wenn ich auf diesem Polizei Hauptquartier sitze, komme ich mir vor wie in einem schlechten Film. Ich habe mich mein Leben lang mit Afrika beschäftigt und ich hatte eine Ahnung wie das da abläuft, aber was ich jetzt hier erlebe, ist unter aller Vorstellung. Wenn man es so direkt mit den Behörden und Institutionen zu tun hat, bekommt man eine Ahnung warum es afrikanische Länder einfach kaum zu was bringen.

Anschliessend versuchte, - ja mit der Betonung auf versuchte, Inspektor Safo, seinem Vorgesetzen, im selben Büro sitzend, zu erklären um was es in diesem Fall geht. Man muss dazu sagen, dass Herr Vorgesetzter die letzen paar Wochen verreist war und NULL Ahnung hatte von dem Fall. Wie es aussah hat er sich wohl nicht einmal die Mühe gemacht die Akte zu lesen bevor er in die Anhörung kam.

Safo hat mehrere Anläufe genommen, ihm zu erklären um was es hier geht, er kam nicht dazu, weil Herr Vorgesetzter immer wieder vom Klingeln seines Handys unterbrochen wurde, dass er nicht etwa wegdrückte, nein er nahm jeden einzelnen Anruf entgegen, man konnte Safo ansehen, das es ihm sichtlich peinlich war, wie die Sache da ablief. Schliesslich gab er es auf und sagte zu Manuela und mir wir sollen mit kommen. Wir gingen nun in das Büro von dem früher erwähnten Chief Inspektor.

Also ich bekomme heute noch Magenschmerzen und mein Blutdruck geht in die Höhe wenn ich mir das Gespräch in Erinnerung rufe.

Der Chief Inspektor dreht die Akte in seinen Fingern  und druckste rum, dann sage er, - ja es gibt da ein Problem und zwar mit der Quittung über die 78’000 Dollar. Auf der Quittung hätte stehen müssen, dass 20’000 Dollar für Renovation sei bla bla bla. Ich habe nur Bahnhof verstanden. Ich habe dem Inspektor gesagt, wenn es da um die Quittung geht, dann möchte ich, dass King dazu geholt wird, - ja ob er denn da sei fragt der Stinker so scheinheilig, als wüsste er nicht, dass wir alle wieder da waren. Also hat er nach ihm rufen lassen.

Er hat dann King die Sache erklärt, also irgend wie habe ich da einfach nicht alles mitbekommen, es war einfach so alles ohne Logik für mich. Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hat auch King nicht wirklich begriffen was der Typ jetzt da von ihm will.

Und dann kam es, der Chief Inspektor sagte zu King, so ganz scheinheilig, er wisse doch sicher, dass er für den Verkauf des Hauses Steuern bezahlen müsse und das sei dann ein Unterschied ob er für 58’000 oder 78’000 Dollar bezahle. Wohl wissend dass King mit Sicherheit keine Steuern bezahlt hat. Wer bezahlt in Ghana schon Steuern, wenn es nicht wirklich sein muss.

Bingo jetzt war es raus, nun wurde King unter Druck gesetzt und zwar so massiv, dass er wahrscheinlich seine Zeugenaussage widerrufen wird, weil er sich in die Nesseln setzt, wenn er weiter macht. Ich war so wütend ich hätte kotzen können. Den einzigen wirklichen Zeugen den wir haben, wird nun unglaubwürdig gemacht. Ich konnte dem Gesicht von King entnehmen, dass er sich zurückzieht.

So was nennt man nun in Afrika Korruption oder Gerechtigkeit. Da spaziert irgend so eine.... in ein Büro legt ein paar Scheine hin, oder was auch immer die da besprochen haben und schon gerät ein Verbrechen in die Schublade.

Ich habe den Inspektor gefragt was den mit allen anderen Zeugen sei, er hat mir nicht einmal zugehört, er hat mich angeschaut, wie so ein lästiges Insekt.

Er wollte mir weiss machen, dass kein Gericht die Quittung so annahmen würde. Ich solle mir einen Anwalt nehmen und die Sache auf dem zivilen Weg versuchen oder was auch immer er da gequatscht hat, ich habe gar nicht mehr zugehört. Auch der Check war plötzlich nicht mehr wichtig, Ich habe ihm gesagt, - wir haben kein Geld für einen Anwalt, die Hexe hat uns alles genommen. Nur ein Schulter zucken. Alle Aussagen der anderen Zeugen wurden unter den Tisch gewischt.

Ich bekomme noch wären ich jetzt schreiben eine stink Wut. Als wir zurück in Safos Büro gingen, hatte ich das gefühlt ein leichtes Grinsen im Gesicht von Juno zu sehen. Ich habe ihr direkt ins Gesicht gekuckt und gedacht, dein Grinsen wird dir noch vergehen, dass schwör ich dir.

So das war’s dann Mal, aber ich bin noch nicht fertig mit der Galley Brut.

Ich habe Freunde und die Freunde haben Freunde, tönt jetzt sicher blöd, aber so läuft es in Ghana, ohne Verbindungen geht hier gar nichts.

Über die Weihnachtsfeiertage werde ich jetzt still bleiben, aber dann werde ich los legen, dann werden die Medien Mobile gemacht, ich werde an allen Türen kratzen die man mir nennt. Hier dachte ich noch es gibt eine Gerechtigkeit auch in Ghana, war wohl ein grober Fehler.

Aber es gibt auch eine himmlische Gerechtigkeit, ich habe inzwischen erfahren, dass sie mit ihrem übereilten Hauskauf kein Glück hat, das Haus soll auf Land stehen, um das sich 2 Familien streiten. Der ist schon längst das Geld ausgegangen, sie hat kein Wasser und kein Strom in ihrem Haus und nun habe ich gehört durch Eric den Agenten, dass sie versuche das Haus zu verkaufen. So schnell wird sie das bestimmt nicht los, zumal sie keine Papiere hat dafür und dem Vorbesitzer noch 20’000 Ghc schuldet.

Bei allem Mist, ist der Bande der Schuss nach hinten los, die werden da stehen und werden weniger haben als vorher.

Ach es gibt auch noch gute Nachrichten, unser Restaurant wird am 12.2.2011 eröffnet. Daran kann auch die Bande nichts ändern.

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Hatte gerade eben einen Anruf von einem Freund und ein Gespräch mit der Radiosprecherin Ohemaa. Beide raten sie mir die Sache nicht weiter zu verfolgen. Man wisse nie was die Bande noch im Schilde führe, wenn sie sich auf den Schlips getreten fühlen.

Und da King mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit die Aussage zurückziehen wird, weil er sich ja nicht selber in die Nesseln setzen will, haben wir nichts mehr in der Hand gegen die Bande.

DER FALL  IST GELAUFEN !!!!!

Wieder einmal hat in einem afrikanischen Staat das Verbrechen gesiegt.

Sollte es wiedererwarten doch noch eine Wendung geben in dem Fall, werde ich weiter berichten.

Im Moment bin ich deprimiert, traurig und enttäuscht, habe keine Kraft mehr zum Kämpfen.

Mein Schluss Wort zu dieser Geschichte:

Ghana ist Jahrhunderte weit davon entfernt aus dem Stadium eines 3.Weltlandes auszubrechen und da nutzen auch die ganzen Ölvorkommen nichts, solange hier die Verbrecher davon kommen mit solchen Betrügereien, wo eine Institution wie die Polizei doch eigentlich die Bürger schützen sollte.

Und noch eine ghanaisches Sprichwort auf englisch:

THE RUIN OF A NATION, BEGINNS IN THE PEOPLES HOME ITS SELF !!!!

Frei Übersetzung:

Der Untergang einer Nation, beginnt in den Häusern seiner Bürger!!!!

Ich wünsch allen eine guten neues Jahr


 




















Hier liegt unsere Zukunft und auf die werden wir uns jetzt konzentrieren !!!!










Ich habe auch der Schweizer Vertretung hier in Ghana einen Bericht geschickt, damit sie Bescheid wissen, mal sehen was die noch dazu zu sagen haben.