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Liebe Leser Freunde
Im Moment habe ich eine kleine Schaffenspause. Ich erlebe im Moment viel schönes aber auch sehr viel Unschönes, über das ich später berichten werden.
Hab Euch alle lieb und bis bald
Der Blog erzählt die Geschichte meiner Auswanderung nach Ghana, mein Kampf hier Fuss zu fassen. Glück und Endtäuschung. Höhen und Tiefen.
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Samstag, 2. Oktober 2010
Ärger mit den Strassen
Mein Auto musste schon wieder zur Reparatur, wir waren das ganze Wochenende ohne. Wenn ich an einem Rotlicht steh oder im ersten Gang fahre (ich habe einen Automaten), dann zittert das ganze Auto, ja und die Bremsen quietschen, die sollten nachgeschaut werden. Die Autos in Ghana werden schon arg in Mitleidenschafft gezogen, mit den schlechten Strassen. Sie sind zwar nicht überall schlecht, aber eben mehrheitlich schon. Doch wiederum gibt es Strassen, wo man sich fragt, bin ich hier wirklich in Afrika.
Der Freiheitsbogen in Accra, einer der schönsten Plätze in Accra und die Strasse davor in sehr gutem Zustand
So sieht die Zufahrtsstraße in unserem Wohnviertel aus, grauenhaft nach einem Regen, aber sie arbeiten nun daran und die wird dann auch geteert.
Und so sieht die Strasse vor unserem Haus aus, irre wenn es da rein regnet, es entstehen Seen und Schlammlöcher, aber ist halt Afrika, dafür haben wir vor dem Haus keine Raserei, es hat alles seine Vor- und Nachteile.
Die wird auch so bleiben, außer wir unternehmen etwas und verlangen zusammen mit anderen Anwohnern, dass die Strasse gemacht wird und dann wird vielleicht die nächste Generation was davon haben !!!!!
Der Mechaniker war heute Morgen (Montag) da und hat sich Geld geholt um ein paar kleine Teile und Öl kaufen zu können. Er hat gesagt er würde heute daran arbeiten und den Wagen so gegen 12 Uhr bringen, - na, dann werde ich ihn bestimmt bis 15 Uhr haben. Es ist 16 Uhr er ist noch nicht da !! Grad hat er angerufen er kommt und mit dem Stau der um dieses Zeit herrscht, kann das noch 2 Stunden dauern.
Zeit hat hier in Ghana ein ganz andere Bedeutung als in Europa oder im besonderen in meiner alten Heimat der Schweiz. Kaum jemand ist hier pünktlich, dies hat aber eben auch oft mit den Gegebenheiten auf der Strasse und dem Verkehr zu tun, wir wissen einfach nie was wir antreffen, wenn wir uns auf den Weg zu einer Verabredung begeben. Einen Riesen Stau kann uns gnadenlos aufhalten, - oder wie es eben uns letztens passiert ist, dass das Auto aussteigt und wir zuerst in die Reparaturwerkstatt fahren mussten und den Weg mit einem Taxi fortsetzten.
Es kann sich aus dem Nichts ein Stau bilden, in dem wir dann 30 Minuten bis zu einer Stunde hängen können, er kann sich aber genau so schnell wieder auflösen und oft versuchen wir herauszufinden was den nun den Stau verursacht hat, aber oft sehen wir (Europäer) keinen Grund dafür.
Was Afrika im Überfluss hat, ist Zeit.
Es kann sich aus dem Nichts ein Stau bilden, in dem wir dann 30 Minuten bis zu einer Stunde hängen können, er kann sich aber genau so schnell wieder auflösen und oft versuchen wir herauszufinden was den nun den Stau verursacht hat, aber oft sehen wir (Europäer) keinen Grund dafür.
Was Afrika im Überfluss hat, ist Zeit.
Hier eine Impression von Accras Strassen, wie vielfältiger sie nicht sein können, hier gibt es alles.
Also zurück zu meinem Auto. Manchmal bleibt es einfach irgendwo stehen oder es springt einfach nicht an, vorallem morgens. Ich habe jetzt das Geheimmiss gelüftet, es liegt an der Batterie. Durch dieses ewige Gerüsttel und Geschütttel auf den Bush - und roughroads (Bodenwellen) löst sich ein Kontaktkabel von der Batterie und dann ist der Saft weg. Wir waren froh als wir entdeckt haben, dass es nichts schlimmeres ist. Also, - Motorhaube auf und Batterie wieder angeschlossen.
Was ich hier zeigen möchte sind die Gegensätze in dieser Welt.
Dies in eine Autobahn die außerhalb von Accra verläuft.
Hier ein weiteres Stück Autobahn. Für viele Mensch kaum zu glauben, dass dies auch Afrika ist.
Das Auto hat er dann gebracht, er hat auch irgendwas repariert, aber nicht eigentlich, weswegen ich ihn gerufen hatte. Man müsste fast selber ein Mechaniker sein, um überprüfen zu können, ob denn nun wirklich ausgewechselt wurde was kaputt war. Was die Mechaniker hier machen oder machen müssen, weil man danach verlangt, - ist, sie müssen die kaputten Teile vorweisen, die sie rausgenommen und durch neue ersetzt haben.
Also wie gesagt das Zittern des Wagen war nicht behoben. Er würde mich andern Tags anrufen um mir mitzuteilen, was es kostet das soundso Teil zu kaufen und auszuwechseln. Habe doch keine Ahnung wie das technische Zeug auf englisch heisst. Es ist Freitag und ich habe noch nichts gehört.
Ich habe dann am Frauentreff am Mittwoch, die fahren ja auch alle Auto, gefragt wie es denn mit ihren Automechaniker steht, ob da irgend einer darunter ist der zu gebrauchen sei.
Ruth hat mir dann ihren Mechaniker empfohlen. Am Donnerstag kam er vorbei und hat mal kurz reingeschaut und eine erste Diagnose gestellt, jedenfalls meinte er, ich solle das Auto Parken und nicht mehr fahren. Heute Freitag hat er es abgeholt und am Nachmittag angerufen um mir zu sagen was genau es ist und mir auch die Preise durchgegeben für die Teile die er braucht. Er hofft es bis Montag fertig zu haben. Er hat einen Kompetenten Eindruck gemacht, ist auch einwenig älter und spricht ein gutes englisch.
Was mich an ihm beeindruckt hat, dass er nicht gleich vorbei kommen wollte um sich das Geld für die Bestandteile zu holen, wie das sonst üblich ist.
Was den Autos zusetzt sind nicht nur die schlechten Strassen, sondern auch die ewigen Staus in Accra, dieses Schrittweise vorwärtskommen.
Ich weiss nicht ob dieses Bild es rüber bringt, wie man hier hoffnungslos in einem Stau stecken kann, so wie hier. Was man hier sieht ist eigentliche eine 2 spurige Fahrbahn !!!!!!!
Da schert sich keiner darum, wenn es eine Lücke gibt, dann wird sie gefüllt
Na, dann wollen wir doch mal sehen, was er am Montag bringt und wie der Wagen geflickt wurde.
Nix da Montag, heute ist Samstag und er hat es repariert und gleich vorbei gebracht.
Ich hoffe ich habe nicht zu viele Strassenbilder in diesen Blog eingehängt, ich denke viele Menschen wissen wie Strassen aussehen (in Europa oder Amerika) aber leider haben ebenso viele einen überaus falschen Eindruck von Afrika.
Ich möchte auch den Menschen die Afrika nicht kennen oder anders kennen, ein Bild vermitteln, dass aus mehr besteht als "hungernden Kindern mit dicken Bäuchen und Fliegen in den Augen".
Es gibt auch noch das andere Afrika. Wobei ich nichts verherrlichen will und überhaupt nicht bestreiten, dass vieles hier im argen liegt, aber von diesem Afrika hört man genug in den Medien, aber eben leider nicht allzuviel vom anderen Afrika und wenn Mal eine gute Sendung kommt, dann irgendwann zwischen 12 Uhr Nachts und 4 Uhr morgens oder auf einem Sender der kaum von Herr und Frau Schweizer besucht wird.
Ich möchte einfach von dem anderen Afrika berichten und vielleicht ein paar Menschen Lust auf diesen wunderbaren schwarzen Kontinent machen.
Bei uns läuft auch nicht alles so rund wie es sich vielleicht in meinen Geschichten anhört. Vom weiteren Ärger mit der Bauerei erzähle ich dann in einem weiteren Blog und dem Geldmangel der sich bei uns langsam einstellt.
Aber dafür entschädigt mich dann wieder dieser großartige Blick in den Nachthimmel von meiner Veranda
Ach und vielleicht einwenig Schleichwerbung, bei uns kann man Zimmer mieten, für ganz Individuellen Afrika Urlaub mit Familienanschluss.
Dienstag, 28. September 2010
Die Geschichte von Tamu, Scarface und Sweety
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Vor 7 Monate haben wir auf der Strasse (Spintex Road) einen kleinen Hund gekauft.
Vor 7 Monate haben wir auf der Strasse (Spintex Road) einen kleinen Hund gekauft.
Eigentlich wollten wir nachfragen was unsere Bambusmöbel machen, die ich für unser Wohn- und Esszimmer bestellt habe und schon überfällig waren.
Neben dem Bambus Schreiner - oder wie man das hier nennen mag, stand an der Strasse ein Käfig mit jungen Hunden, - wir wollten schon einen Hund, nur eigentlich erst wenn unser Haus ganz fertig ist, weil da noch viele Arbeiter aus und ein gingen.
Als wir dann aber diesen kleinen schwarzen Knäuel in dem Käfig erblickten und er uns direkt in die Augen sah, - so, ach komm nehmt mich doch mit, wir ihn dann auch noch auf unserem Arm hatten, haben wir uns beide in den kleinen Kerl verliebt. Wir haben 30 Ghc bezahlt (ca. CHF 22.--) und nun waren wir Hundebesitzer.
Es war liebe auf den ersten Blick.
Ich glaube er war gerade mal 2 Monate alt, viel zu früh von der Mutter weg. Manuela hat ihn die ersten paar Wochen, in der Nacht, in einem Körbchen, in ihrem Schlafzimmer gehabt. Er war natürlich auch alles andere als stubenrein, er uns so ziemlich in jede Ecke gepinkelt oder seine Häufchen gemacht, - nur gut haben wir Keramikkacheln im ganzen Haus, - die sind einfach zu putzen.
Anfangs dachte ich, na meine Herren, das kann ja heiter werden. Da ich nie einen Hund hatte, wusste ich nicht so genau wie sich das dann da verhält.
Ach ist heute kein Thema mehr. Wir lassen ihn auch nicht mehr ins Haus und seine Geschäfte erledigt er jetzt draußen.
Er fährt unheimlich gerne Auto und plantscht gerne im Wasser. Wir haben ihn auch fast überall mit genommen, bis er dann alt genug war um auf das Haus aufpassen zu können.
Ach übrigens er heisst Tamu, das ist Kiswahili und heisst Süss. Inzwischen würden wir ihn gerne umtaufen, - Chopchop, heisst in Twi essen. (Twi ist eine der vielen Stammessprachen die es hier in Ghana gibt, Twi ist die Sprache der Ashanti).
Tamu ist ein richtiger Quartierbengel geworden. Obwohl Afrikaner eigentlich keine Hunde mögen, geht er in fast allen Häusern ein und aus, erbettelt sich überall irgendwas zum futtern, (als bekäme er nicht genug zu Hause).
Tamu ist ein richtiger Quartierbengel geworden. Obwohl Afrikaner eigentlich keine Hunde mögen, geht er in fast allen Häusern ein und aus, erbettelt sich überall irgendwas zum futtern, (als bekäme er nicht genug zu Hause).
Ja und in zwischen Zeit haben wir noch einen zweiten bekommen, Scarface, Juno hat ihn mit gebracht als sie von Sunyani zu uns gezogen ist. Ein lieber Kerl schon ein wenig älter und behäbiger. Wir haben Glück die beiden Hunde kommen bestens mit einander aus und bellen um die Wette, wenn sich irgendwas regt.
Ach und nun zu dem warum ich hier eigentlich sitze und schreibe. Tamu hat uns heute seine erste Freundin nach Hause gebracht. Es war so süss, wie er sie umschwänzelt hat, ihr die Ohren geleckt und natürlich besteigen wollte. Leute ich habe mich gekrümmt vor lachen, der wollte ihr doch tatsächlich in die Schnauze Pimp.........
Die Nachbarn von Gegenüber hatten vor etwa 4 Monaten einen Wurf Hunde und eine davon geht jetzt bei uns ein und aus.
Wir haben sehr viele Hunde hier in der Gegend, erstaunlich, da die Afrikaner sie nicht wirklich mögen.
Also so wie Tamu sich anstellt ist die Gefahr noch nicht groß, dass ich bald Großmutter werden.
Wir haben sie Sweety getauft, weil sie wirklich sehr süss ist. Sie besucht uns nun jeden Tag und lässt sich von mir auch schon vorsichtig streicheln. Die Afrikanischen Hunde sind nicht sehr zutraulich, weil sie leider mehrheitlich nicht sehr gut behandelt werden.
Na sind sie nicht ein hübsches Pärchen.
Sollte es demnächst Junge geben, werde ich weiter berichten.
Sollte es demnächst Junge geben, werde ich weiter berichten.
Montag, 20. September 2010
Wo der Tod zum Leben gehört !
Wir kommen von einem Besuch bei Ruth und Barbara zurück (2 Frauen vom Frauen Treff) und fahren in unseren Innenhof, da höre ich laute Musik, so viel lauter als sonst, Juno meine ghanaische Schwester kommt gerade aus dem Haus und ich frage sie was den da los sei.
Die Totenfeier des Nachbarn der vor ein paar Wochen gestorben ist. Na - dachte ich so bei mir, dass gibt eine schlaflose Nacht!
Um Verstorbene zu trauern und würdig zu begleiten ist hier sehr wichtig. Für die Hinterbliebenen bedeutet die Anteilnahme der Trauernden, Trost und zeigt ihre Solidarität. Dem Toten wird die letzte Ehre und Wertschätzung erwiesen.
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| die wunderschöne Cloft die bei speziellen Anlässen, wie hier schwarz zu einer Totenfeier getragen wird. |
Am Samstag ist hier in Accra, Tag der Beerdigungen. Die Menschen kleiden sich in schwarzer, schwarz/roter oder schwarz/brauner Trauerkleidung. Die Totenfeier wird groß publik gemacht, im Radio, mit Plakaten auf den Strassen, mit Flyers - je nachdem wieviel Geld eine Familie hat, können diese Plakate riesig sein. Keine Familie will sich nachsagen lassen, sie hätte nicht genug gemacht.
Die Trauerfeier wird an einem speziellen Platz abgehalten, wenn das Grundstück des Toten dafür nicht genug Platz bietet. An so einem Funural (Totenfeier) können schon Mal so 100 bis einige 100 Menschen anwesend sein.
So eine Totenfeier ist eine Riesen Planung und Organisation für die Familie, besonders wenn sie wohlhabend oder einflussreich ist, kann sich die Organisation schon einige Wochen hinziehen, bis alle Vorbereitungen getroffen worden sind. Der Tote wird derweil in einem Kühlhaus aufbewahrt.R
In der Nacht vor der Beerdigung wird die Totenwache abgehalten. Eine Nacht lang wird getrauert, an Alkohol fehlt es dabei nicht - eine stressige Angelegenheit für die Familienangehörigen.
Nicht zu vergessen die Nachbarn, wir haben heute Nacht kein Auge zu bekommen. Die Trauerfeier fand beim Nachbar statt, 2 Häuser weiter.
Zu der Totenfeier werden oft Vorbeter bestellt, welche die Trauernden immer wieder zu Gebeten auffordern. Eine Musik Gruppe mit traditionellen Musikern und eine Tanzgruppe mit traditionellen Tänzen wird engagiert, sofern genug Geld da ist. Aber ein DJ mit plärrenden Riesen Boxen tut es. Damit wird dann in wirklich irrer Lautstärke die Umgebung beglückt und dies dann die ganze Nacht durch.
Wichtig dabei, ist die Bewirtung der Trauergäste. Gutes Essen und genug zu Trinken sollte es schon geben. All dies ist teuer und kann einige tausend Ghana Cedis kosten, dabei ist es keine Schande, sich dafür einen Kredit zu beschaffen. Das gespendete Geld der Gäste kann diese Kosten aber in den seltensten Fällen decken. Was später bei der Kostenaufteilung in der Familie zu heftigen Auseinandersetzungen führen kann.
Eine weiter große Summe in dieser Rechnung ist der Sarg. Vor einigen Jahren hatte jemand die Idee sich in einem Sarg in Form einer Mercedeslimousine beerdigen zu lassen, dass brachte clevere Sargbauer in Teshie, einem Vorort von Accra, auf die Idee eine Marktlücke zu füllen und sich auf die Herstellung solcher Särge spzialisiert. Für Hühnerzüchter gibt einen Sarg in Form eines Huhns oder Hahns, für einen Gelehrten in Form eines Buches, für einen Fischer einen Fisch und für einen Soldaten in Form einer Kanone. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So ein Sarg kosten schnell Mal so zwischen 400 und 500 Euro.
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| So sind die Särge an den Strassen in Teshie ausgestellt. |
Jahrelang erweckten europäische Illustrierte mit Bildern und Artikel dieser Särge den Eidruck als sei Tod und Trauer in Ghana zu einer Spassveranstaltung verkommen.
Nicht jeder kann sich so eine Prachtstück leisten, also wird die Mehrheit in ganz normalen Särgen begraben.
Nicht jeder kann sich so eine Prachtstück leisten, also wird die Mehrheit in ganz normalen Särgen begraben.
Nein, - der Tod ist eine sehr ernste Angelegenheit im Leben einer Familie.
2 Bespiele von Särgen wie sich die Menschen für Ihre Beerdigung wünschen.
Dieser Blog ist entstanden in der schlaflosen Nacht, der Totenwache des Nachbarn.
Sonntag, 12. September 2010
Wie wir leben Fortsetzung !!
Unterwegs zu unserem Treff im "Schwyzer Hüsli", halte ich mein Ohr aus dem Autofenster und frage meine Freundin - hörst du das auch - als würde ich irgend etwas mit schleifen. Bei der nächsten Gelegenheit sind wir an den Straßenrand gefahren, um nachzuschauen, was den da so ein Geräusch verursacht.
Wir sind um den Wagen herum gelaufen, und - oh Schreck - das hintere rechte Rad stand ziemlich schief unter dem Auto. Na Bravo, es würde wohl nicht mehr lange dauern und die Achse ist durch. Also wir hatten da großes Glück, oder die Schutzengel sind mit gefahren, dass wir dies noch frühzeitig bemerkt haben, bevor die Achse ganz durch gebrochen ist.
Na und jetzt ? ADAC ist nicht in Ghana ! Juno meine ghanaische Schwester war auch dabei und sie wusste wie immer Rat. Sie zückte das Handy, dass wohl tausende von Hilfreichen Telefonnummern gespeichert hat, - Connection in Ghana ist alles -. Sie hat einen Mechaniker angerufen, der nicht allzuweit entfernt seine "Boutique" hat, wie auch Reparaturwerkstätte in Ghana genannt werden. Nur hinbringen muss ich das Auto selber.
Hmmm - also Warnblinker an und los geht es im Schritttempo, ich bin so mit ca. 20 Kmh durch Accra getuckert. Teilweise war ich ein echtes Verkehrshindernis und habe Stau verursacht. Huii jetzt war ich es einmal, hinter dem sich eine Schlange bildet, sonst stecke ich immer irgendwo im Stau fest, verursacht durch irgendwelche liegengebliebenen Autos oder Lastwagen. Was mich am meisten erstaunt hat, nicht einer hat gehupt, - Ghanaern klebt der Daumen an der Hupe.
So sind wir zu dem Mechaniker geschlichen und sind heil angekommen. Er hat sich unter das Auto geklemmt und meinte - Ja die Achse ist im Eimer - . Wir mussten das Auto da stehen lassen, er wird uns am nächsten Tag den Kostenvoranschlag bringen.
Er hat sie dann gebracht, die Rechnung hat 1000 Ghc gemacht (etwa CHF 700.-)
| Spricht für sich selber !!! |
Ach ja, nun waren ja eigentlich Manuela und ich unterwegs zu unserem Frauentreff im Schwyzer Hüsli. Dieses Restaurant haben wir vor ein paar Wochen, bei unseren Endeckungs-Streifzügen zufällig entdeckt.
Die Speisekarte liest sich sehr heimatlich - Fondue, Racclett, Rösti mit Geschnetzeltem - und was es sonst noch so an heimatlichem Food gibt. Auch selbst gebackener Cacke und guten Kaffee.
Was es da auch noch gibt ist eine gut bestückte Bibliothek mit deutschen Romanen, da uns der Lesestoff den wir aus der Schweiz genommen haben, langsam zu Ende geht, sind wir überglücklich auf so was gestoßen zu sein.
| Unsere Kafferunde im Schwyzer Hüüsli |
Was es da auch noch gibt ist eine gut bestückte Bibliothek mit deutschen Romanen, da uns der Lesestoff den wir aus der Schweiz genommen haben, langsam zu Ende geht, sind wir überglücklich auf so was gestoßen zu sein.
| Einkauf beim Beads Mann (Beads sind Handgefertigte Steine aus Glas oder Terracota) |
Also da sind wir dann an einem Mittwoch auf eine Frauen Gruppe gestoßen. Alle Frauen kommen aus Europa bis auf eine, die Wafa die kommt aus dem Libanon, ist aber in Ghana geboren. Die Frauen leben zum Teil schon 30 Jahre und länger in Ghana mit ihren ghanaischen Männern und Kindern. Wir sind so herzlich in dieser Gruppe aufgenommen worden.
Ruth ist eine Schweizerin, sie lebt seit 43 Jahren in Ghana, war aber immer mal zwischen durch wieder in der Schweiz. Barbara kommt aus Deutschland und lebt auch etwa so lange hier, ihre Kinder pendeln zwischen London und Ghana hin und her. Elisabeth ist auch schon fast ein halbes Jahrhundert in Ghana und sie stammt aus meiner Heimatstadt Basel. Die Gruppe besteht noch aus anderen Frauen die wir aber noch nicht kennengelernt haben. Ich bin so froh, diese Frauen begegnet zu sein.
Ich glaube Ihre Geschichten alleine würden einen 500 seitigen Blog füllen.
Vom Schwyzer Hüsli gehen wir dann meisten noch weiter. Wir machen irgend wo zwischen Station und essen was kleines, wie dieses Mal gegrilltes Hähnchen. Dann geht es weiter nach Osu. Hier gibt es, glaube ich, so viele Bleichgesichter wie nirgends in Ghana. Ein typischer Touristen Stadtteil. Nachts wird es hier zum Vergnügungsviertel, und alles kostet 3x so viel wie im restlichen Ghana.
Was es hier gibt ist ein großer Supermarkt "KOALA" hier bekommt man so ziemlich alles auf was wir hier in Ghana nicht verzichten möchte, wollen, können, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. - z.B. Erdbeeren für umgerechnet CHF 20.--, na da vergeht einem der Appetit nur vom hingucken, sonstige Früchte die weiss der Himmel wo her eingeflogen werden und vergoldet sind. Eine Käsetheke die keine Wünsche offen lässt, aber eben !! Ach was erzähle ich hier, meine Freundin und ich, wir haben uns entschlossen, auf solche Sachen hier halt zu verzichten, aber schauen darf man ja - oder?
Was wir Frauen, dann aber machen, im obersten Stock befindet sich ein Kaffee mit einem schönen Ausblick auf Osu, dort gönnen wir uns dann was, essen Eis oder ein Stück Torte.
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Osu ist so belebt, dass man im Stau steht um in den Stadtteil rein zu kommen. Hier ein Blick auf den Danquah Circle (Kreisverkehr), der meistens so verstopft ist, dass kaum durch zu kommen ist, (auf diesem Bild gerade noch harmlos).
Ich freue mich auf unseren nächsten Treff und bin gespannt, war wir dann unternehmen. Manchmal mieten sich die Frauen einen gossen Off Road 4x4 für ca. 6 Personen und machen einen Ausflug über's Wochenende.
Ruth hat uns dann mit ihrem Auto bis zur Labadi mitgenommen, den Rest sind wir dann zu Fuss gelaufen, so ca. 45 Minuten. Wir waren wohl ein seltener Anblick, die 2 weissen nicht mehr ganz jungen Ladys zu Fuss auf der Buschroad. Begleitet vom Hupen der Taxis die uns mitnehmen wollten, natürlich gegen Bezahlung und wenn möglich noch zum doppelten Preis !!
Hier lassen wir unser Auto 2x die Woche waschen, jetzt wenn es nicht mehr so viel regnet ist das Auto auch nicht mehr so schmutzig, nur sehr staubig.
Auf den Strassen vor dem Haus, kann man so ziemlich alles bekommen. Braucht man eine Schuhreparatur muss man nur warten bis er an der Haustür vorbei geht. Sie machen dabei einen ganz speziellen Ton, damit man im Haus weiss, wer da nun auf der Strasse geht. Z.B. Schuhmacher klopfen mit einem Stück hartem Leder auf den Holzboden ihres Werkzeugkastens. Die Näherin die mit der Nähmaschine auf dem Kopf durch die Gegend läuft und dabei mit einer Schere klappert.
Nach ein paar Wochen ghanaischem Brot, lechzt man förmlich nach einem guten selbstgebackenen Brot oder einem frischen Butterzopf. JA, - so wird man hier zum Selbstversorger und nun backen wir unser Brot selber. Etwas zu was ich in der alten Heimat nie Zeit hatte, neben meinem Fulltime Job und Kindererziehung. Auch nach was süßem gelüstet uns manchmal und was wir hier bekommen ist entweder Schweine teuer oder schmeckt nach nichts.
Von einer lieben Freundin die leider wieder zurück nach Deutschland musste, haben wir eine Backmaschine bekommen, die uns wunderbares Brot produziert, nur die Ideen müssen wir haben, backen tut dann die Maschine.
Wir sind so richtig kreativ und erfinderisch geworden bei der Herstellung von Brot, Cacke und Plätzchen. Da es viele Zutaten, die wir benötigen würden, hier nicht gibt. Wir bekommen hier z.B. kein Vollkornmehl, keinen Vanillezucker, die Nüsse sind so teuer, dass wir den Kuchen glatt vergolden könnten. Also suchen wir nach Alternativen oder lassen sie einfach weg.
Samstag Abends gehen wir manchmal tanzen, ich liebe die ghanaische Musik und das Ambiente in den open Air Discos. Oft auch spielen hier live Bands. Ich kann da Stundelang hocken und schauen oder eben auch Abtanzen auf der Tanzfläche.
Musik ist in Ghana überhaupt all gegenwärtig. Jeder kleine Spot hat seine Musik Anlage die ohrenbetäubend ihre Musik abspielt.
Ruth ist eine Schweizerin, sie lebt seit 43 Jahren in Ghana, war aber immer mal zwischen durch wieder in der Schweiz. Barbara kommt aus Deutschland und lebt auch etwa so lange hier, ihre Kinder pendeln zwischen London und Ghana hin und her. Elisabeth ist auch schon fast ein halbes Jahrhundert in Ghana und sie stammt aus meiner Heimatstadt Basel. Die Gruppe besteht noch aus anderen Frauen die wir aber noch nicht kennengelernt haben. Ich bin so froh, diese Frauen begegnet zu sein.
Ich glaube Ihre Geschichten alleine würden einen 500 seitigen Blog füllen.
| Die Strasse von Osu, Frankies hat gutes Softice |
Vom Schwyzer Hüsli gehen wir dann meisten noch weiter. Wir machen irgend wo zwischen Station und essen was kleines, wie dieses Mal gegrilltes Hähnchen. Dann geht es weiter nach Osu. Hier gibt es, glaube ich, so viele Bleichgesichter wie nirgends in Ghana. Ein typischer Touristen Stadtteil. Nachts wird es hier zum Vergnügungsviertel, und alles kostet 3x so viel wie im restlichen Ghana.
| Osu bei Night |
| Angebot der Luxugüter die es im KOALA gibt |
| Koala der Einkaufs-Center |
Was wir Frauen, dann aber machen, im obersten Stock befindet sich ein Kaffee mit einem schönen Ausblick auf Osu, dort gönnen wir uns dann was, essen Eis oder ein Stück Torte.
| Kaffeklatsch im KOALA |
Osu ist so belebt, dass man im Stau steht um in den Stadtteil rein zu kommen. Hier ein Blick auf den Danquah Circle (Kreisverkehr), der meistens so verstopft ist, dass kaum durch zu kommen ist, (auf diesem Bild gerade noch harmlos).
Ich freue mich auf unseren nächsten Treff und bin gespannt, war wir dann unternehmen. Manchmal mieten sich die Frauen einen gossen Off Road 4x4 für ca. 6 Personen und machen einen Ausflug über's Wochenende.
Ruth hat uns dann mit ihrem Auto bis zur Labadi mitgenommen, den Rest sind wir dann zu Fuss gelaufen, so ca. 45 Minuten. Wir waren wohl ein seltener Anblick, die 2 weissen nicht mehr ganz jungen Ladys zu Fuss auf der Buschroad. Begleitet vom Hupen der Taxis die uns mitnehmen wollten, natürlich gegen Bezahlung und wenn möglich noch zum doppelten Preis !!
Hier lassen wir unser Auto 2x die Woche waschen, jetzt wenn es nicht mehr so viel regnet ist das Auto auch nicht mehr so schmutzig, nur sehr staubig.
Auf den Strassen vor dem Haus, kann man so ziemlich alles bekommen. Braucht man eine Schuhreparatur muss man nur warten bis er an der Haustür vorbei geht. Sie machen dabei einen ganz speziellen Ton, damit man im Haus weiss, wer da nun auf der Strasse geht. Z.B. Schuhmacher klopfen mit einem Stück hartem Leder auf den Holzboden ihres Werkzeugkastens. Die Näherin die mit der Nähmaschine auf dem Kopf durch die Gegend läuft und dabei mit einer Schere klappert.
Nach ein paar Wochen ghanaischem Brot, lechzt man förmlich nach einem guten selbstgebackenen Brot oder einem frischen Butterzopf. JA, - so wird man hier zum Selbstversorger und nun backen wir unser Brot selber. Etwas zu was ich in der alten Heimat nie Zeit hatte, neben meinem Fulltime Job und Kindererziehung. Auch nach was süßem gelüstet uns manchmal und was wir hier bekommen ist entweder Schweine teuer oder schmeckt nach nichts.
| Unser erstes Meisterstück |
Wir sind so richtig kreativ und erfinderisch geworden bei der Herstellung von Brot, Cacke und Plätzchen. Da es viele Zutaten, die wir benötigen würden, hier nicht gibt. Wir bekommen hier z.B. kein Vollkornmehl, keinen Vanillezucker, die Nüsse sind so teuer, dass wir den Kuchen glatt vergolden könnten. Also suchen wir nach Alternativen oder lassen sie einfach weg.
| Bananen Cake |
Hier zum nach backen schmeckt richtig lecker:
3 Bananen gross uns sehr reif
300 Mehl
100 g Zucker
1 Ei
1/2 TL Salz
1 Pkt Backpulver
1 Pkt Vanillezucker (ersetze es mit Vanille Aroma)
4 EL Öle
4 EL gehackte Nüsse oder 4 EL Rosinen
Die reifen Bananen zerdrücken oder mit dem Mixstab zerkleinern, Zucker, Vanillezucker, Salz, Öle und Ei hinzugeben und verrühren. Anschließend das mit dem Backpulver vermischte Mehl unterrühren.
Rosinen oder Nüsse beigeben. Welche Nüsse spielt keine Rolle nur klein hacken muss man sie.
Teig in eine Kastenform einfüllen und bei 180 Grad im Bachofen 45 Minuten Backen.
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Also das Rezept für die Plätzchen lass ich mal weg. Ich schreibe hier ja kein Backbuch sondern die Story über mein Leben in Ghana. ;-))| Haferlocken Plätzchen und Sablé a la Ghana |
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| So amüsieren wir uns |
Zu jeder Gelegenheit wird hier Musik gemacht. Nicht nur aus plärrenden Boxen, nein - in Ghana wird viel getrommelt oder sonstige Instrumenten gespielt. Sei das nun in der Kirche, bei einer Beerdigung, Namensgebung (ersetzt in Ghana mehrheitlich den Geburtstag) oder einfach wenn man Lust hat und es Spass macht.
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| Trommler an einem Fest |
So meine lieben Leser, jetzt mach ich eine kleine Pause bis wieder was interessantes passiert. Also eigentlich ist mein neues Leben fast jeden Tag interessant. Jeder Schritt vor unser Haus ist eine neue Herausforderung.
P.S.. Ach übrigens schreibe ich mal wieder im Dunkeln. Sie sind mal wieder am Strom sparen oder aus was für Gründen auch immer, die ghanaischen Elektrizitätswerke den Strohm abschalten. Ich blicke bei diesem Strom abschalte System noch nicht durch. Muss aber doch nicht alles in den ersten 12 Monaten wissen - ODER ?
Montag, 30. August 2010
Wie wir leben Teil 1 !!!!
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Unser Heim steht außerhalb von Accra, gehört aber als Außenbezirk noch dazu, unter dem Namen Teshie.
Ich wollte nie wohnen wo viele Touristen oder Europäer sind, dies war bei der Haussuche maßgebend. Wir leben in einem Wohnviertel der Teshie Rasta genannt wird, welcher Rasta diesem Ort den Namen gibt, haben wir noch nicht herausgefunden.
Wir wohnen nicht weit der bekannten Labadie Beach. Wenn ich frühmorgens (6 Uhr) im Bett liege, kann ich die Brandung des Atlantiks hören, abends wenn wir auf unserer Veranda sitzen spüren wir die Brise die vom Meer her weht.
| Unsere Veranda bei Nacht |
Mit dem Auto, fahren wir etwa 15 Minuten bis zum Meer. Die Strasse von unserem Haus weg ist im Urzustand - sprich Bushroad - dies hat den Vorteil, dass keine Autos an unserem Haus vorbei rasen, - dies lässt der Zustand der Strasse einfach nicht zu -.
| Blick aus dem Eingangstor zur Rechten |
| Gegenüber unserem Eingangstor, der Hairdresser Shop von Victoria |
Hinter ihrem Shop kaufen wir die Kohle, wenn es mal wieder Fisch oder Hähnchen vom Grill gibt.
Hier in dieser Gegend können die Kinder noch auf der Strasse spielen - so wie ich es aus meiner Kindheit gewohnt war - Fußball oder sonstige Spiele. Es ist herrlich auf unserer Veranda zu sitzen und das Lachen und Schreien der Kinder zu hören, es bedeutet Leben.
| Schulkinder die singend an unserem Haus vorbei ziehen. |
Afrika ist ein lauter Kontinent, wie ich es auch auf anderen Reisen erlebt habe, also nicht nur hier in Ghana. Dies liegt wohl auch zum Teil an der Bauweise der Häuser. Jedes Zimmer hat meistens 2 Fenster ( zwecks der Luftzirkulation) und die sind immer offen. Die Häuser stehen sehr nahe bei einander, also jetzt in unserem Fall wo wir leben. Je mehr Geld einer hat, je mehr Land kann er sich um sein Haus leisten.
Aber ich liebe es so zu wohnen. Die "hinter sich Tür zu" Mentalität in der Schweiz hat mir immer Mühe gemacht.
| So sind die Fenster , mit einem Moskitonetz versehen und immer offen |
Wenn unser Nachbar Kwesi (hinter unserem Haus) morgens seine Zähne putzt, dann bekommen wir dies geräuschvoll mit oder unser Nachbar zur Linken PaaKoo, morgens (6 Uhr) in seiner Freiluftdusche plantscht, dann weckt mich dies, sicherer als jeder gestellte Wecker, auf.
Wenn wir beim Abwasch sind, guckt plötzlich ein Kopf über die Mauer und sagt " good evening ladies, how was your day"
Von hier aus begrüßt uns unser Nachbar wenn er Abends nach Hause kommt.
-Kein Streit in einer Nachbar Familie bleibt ungehört, wenn es laut genug zugeht und das tut es eben meistens.
| Unser Haus und das Haus des Nachbarn zur Rechten |
| Das unfertige Haus zur Linken |
-Die sonntägliche Morgenpredigt, nicht weit von unserem Haus in einer Freiluftkirche.
-Samstag Nacht dröhnt die Highlife und Hiplife Musik aus vollen aufgedrehten Verstärkern, in einem Spot (eine Art Bar oder Freiluftrestaurant).
Aber auch die Natur hat ihre Geräusche um unser Haus. Nach heftigen Regenfällen, wenn das Wasser steht, fühlen sich die Frösche wohl und welchen Lärm die, vorallem nachts veranstalten !!!!
Auf einer der Nachbar Mauern treffen sich jeden Morgen (ca. 5.30 Uhr) ein paar Vögel zu einer Art Konferenz, zur Tagesablauf- Besprechung. Zu erst kommt ein Vogel und der quietscht so lange bis sich dann seine Freunde dazu gesellen und dann ist da ein etwa 15-minütiges Gezwitscher und Gezeter, wohl bis sie sich einig sind was laufen soll, und wie auf ein unbekanntes Kommando sind sie alle weg.
Es ist unglaublich, welche Geräuschkulisse man hier in sich aufnimmt, aber es ist auch fast unmöglich, dies geschrieben wieder zu geben. Nur sei hier erwähnt, dass ich dies hier nicht mit einem negativen Gedanken erzähle.
Das einzige war wir hier für eine Zumutung halten, ist eine Kirche unweit unseres Hauses, wir nennen sie die Kirche der klatschenden Hände, - wie ich gehört habe, soll dieses klatschen, den Teufel vertreiben - später gesellt sich dann noch der Pastor dazu, der da lauthals schreiend das Evangelium predigt. Eine Weile hatte er ein Mikrofon, aber ich glaube dies haben sie ihm zwischenzeitlich gestohlen ( wohl aufgebrachte Nachbarn). Das ganze geht dann bis 4 Uhr morgens.
Die ersten paar Wochen denkt man, an diese Geräuschkulisse wird man sich nie gewöhnen und heute fragt wir uns:
- wo sind die klatschenden Hände, wenn es einmal still ist Freitag nachts !!
- Ist heute der Nachbar nicht zu Hause, weil seine Nija daily soap nicht läuft.
- geht Big Joe heute nicht zur Schule (6-jähriger Nachbar Junge), wenn er morgens um 6.30 Uhr nicht brüllt, weil er sein all morgentliches Bad überhaupt nicht toll findet.
- Geht der Trotro Fahrer heute nicht zur Arbeit, wenn er nicht laut stark um 6 Uhr früh die ghanaischen News hört.
Wir haben immer einen Sack mit Lolipops im Auto und die Kinder in der Umgebung haben dies schon mitbekommen. Wo immer wir lang gehen, ruft es - Obruni (weiße) do you have toffee for me - vor ein paar Tagen haben sie sogar vor unserer Eingangstür gewartet um ihre Bonbons zu bekommen.
| Victoria die Frisörin von gegenüber mit einer von ihren eigenen Kreationen |
Sie hat vor 10 Wochen ein Baby bekommen, war nicht gerade Familienplanung. Victoria ist 47 Jahre alt und hat erst im 6. Monat gemerkt , dass sie schwanger ist. Nun ist halt das süße kleine Baby mit Namen Bless da, und meine Freundin und ich haben die Kleine so was von ins Herz geschlossen.
| Die kleine Bless auf unserem Esstisch |
| Hier werden mir die Haare geflochten von Irene und Vic. |
| Irene die Tochter von Victoria und Schwester von Bless |
Wir haben uns entschlossen mit ihr nur in deutsch zu sprechen und vielleicht, wir werden sehen, werde ich auch französisch mit ihr reden. Es geht nie einfacher als wenn Kinder von ganz klein auf mit Sprachen aufwachsen.
Unser Wohnzimmer entwickelt sich langsam zu einem Internetkaffee. Die jungen Leute in der Gegend haben mitbekommen, dass wir Internet haben und so sitzt immer irgend einer in unserem Wohnzimmer am Computer (wir bezahlen eine monatliche pauschale). In unserer Gegend gibt es kein Internetkaffee, - könnte eine Marktlücke sein !!!!!
Das Haus zu unsere Linken steht noch zum Verkauf, da wohnt Paakoo mit seiner Frau Martha und ihren 2 Kindern. Das Haus steht im Rohbau, so wie unseres war als wir es gekauft haben. Hier in der Gegend gibt es viele unfertige Häuser, und die Eigentümer lassen Leute darin wohnen ohne das sie Miete bezahlen, dafür aber auf das Haus aufpassen, damit niemand die Türen und Fenster stiehlt die schon in den Häusern eingebaut sind. Haben aber kein abschliessbares Eingangstor.
Kwesi der Nachbar hinter dem Haus bei seinem spontan Besuch nach der Arbeit und auf einen kleinen Sprung ins - Internetkaffee -.
| Kwesi unsere Nachbar bei einem Besuch |
| Shalom da kaufen wir ein |
Überall gibt es kleine Stände die alles mögliche, so zum schnellen Verzehr verkaufen. Ghanaer sind irgend wie immer am essen, da gibt es kaum Essenszeit, man isst wenn man Hunger hat, aber meistens wird EINE Mahlzeit in der Familie eingenommen.
Die kleinen Buden bieten Stückchen von Hähnchen gut gegrillt, dazu kann man frittierte Yam ( Wurzelgewächs), Plantain (Kochbananen) oder Süsskartoffeln haben, mit einer scharfen roten Pepper Sauce.
| Die kleine Bude für den Hunger zwischen durch. |
Yam Wurzel, kann wie Kartoffeln verwendet werden.
Plantain (Kochbananen), können gekocht, gegrillt oder frittiert werden. Eine berühmte Spezialität aus Plantain ist Kelewele
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Rezept für Kelewele:
4 gut reife Plantain (dunkel gefleckte Schale)
Ingwer, Cayennepfeffer, Salz
Plantain in kleine Würfel schneiden
mit den Gewürzen in einer Schüssel vermengen
Oel in einer Pfanne stark erhitzen,
Würfel solange braten bis der Zucker der Plantain caramelisiert.
Kann als Vorspeise, als Snack oder Beilage zu Fisch serviert werden.
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| Kelewele |
Teil 2 folgt in ein paar Tagen !!!!!
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